Die weltgrößte Werbeagentur WPP hat turbulente Monate hinter sich. Gründer und Werbe-Urgestein Martin Sorrell hatte im April nach 30 Jahren die Unternehmensführung abgeben müssen, nachdem er Vorwürfe persönlichen Fehlverhaltens nicht vollständig entkräften konnte. Dies stürzte das Unternehmen in erhebliche Schwierigkeiten, weil auch das operative Geschäft aufgrund des harten Wettbewerbes durch digitale Werber wie Google und Facebook unter Druck geraten war.

Nun hat WPP Anfang der Woche endlich einen Nachfolger benannt. Mit Mark Read wurde ein WPPEigengewächs als neuer Chef angeheuert, der gleichzeitig ausgewiesener Digital-Fachmann ist. Doch sein Start ist gründlich misslungen. Denn Read musste in dieser Woche gleich die negative Meldung verkaufen, dass sich die Gewinnmarge in diesem Jahr verringern dürfte. Zwar nur um 0,4% und das auch nur wegen der angelaufenen Neustrukturierung des Geschäftes. Doch ein glücklicher Einstand hätte sicherlich anders ausgesehen. Immerhin: Für das Gesamtjahr rechnet Read zumindest mit einem leichten Umsatzwachstum von rund 0,3%.

An der Börse kam die Gewinnprognose wenig überraschend schlecht an. Die Aktie von WPP ist in diesem Umfeld derzeit kaum ein Kauf. Anders sieht es dagegen mit den Anleihenpapieren aus. Hier hatten sich die Turbulenzen der vergangenen Monate schon in deutlichen Verlusten niedergeschlagen. Doch seit einiger Zeit konnte sich die Anleihe im Bereich 96/97% vom Nennwert stabilisieren.

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