Lange Zeit galt der Schweizer Versorger Alpiq als Wackelkandidat. Doch mittlerweile kann man sagen: Der
Konzern hat sich quasi am eigenen Schopf aus der Misere gezogen und dürfte auch noch die letzten Schritte zur endgültigen
Restrukturierung erfolgreich gehen.

Dabei kam dem Unternehmen sicherlich eine Wende bei den Strompreisen zugute. Nachdem die Großhandelspreise 2016 ihr Tief erreicht hatten, haben sie sich inzwischen wieder verdoppelt. Hinzu kam, dass Alpiq in vergangenen Jahren massiv Tafelsilber verkauft hatte. Der größte Posten war dabei das zyklische Industriegeschäft, das den Konzern immer wieder mit hohen Investitionen belastete. Die Folge: Von einer Nettoverschuldung von fast 4 Mrd. CHF in 2012 ist Alpiq inzwischen weit entfernt und fast schuldenfrei.

Was nicht heißt, dass nicht noch wesentliche Arbeiten zu erledigen sind. Das spannendste Thema dabei wird sein, wie in Zukunft der Aktionärskreis aussehen wird. Denn die französische EDF, die 25,04% an Alpiq hält, dürfte sich nach einer gerade gekündigten Konsortialvereinbarung (die Schweizer Aktivitäten von EDF waren damals Bestandteil der ursprünglichen Fusion, die zu Alpiq führte) auf absehbare Zeit zurückziehen. Statt eines Schweizer Versorgers mit internationalen Ambitionen ist nun ein schlanker Energiehändler entstanden, der nur noch ein Sechstel  des ursprünglich eingeplanten Umsatzes erwirtschaftet. Das verändert sämtliche Ambitionen aller Anteilseigner, könnte sich aber langfristig für Alpiq durchaus auszahlen.

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