Auch beim Zahlungsdienstleister Wirecard bringt das neue Jahr neue Überlegungen. Diese zuerst in Gestalt einer Personalie. Denn überraschend ist mit sofortiger Wirkung der bisherige Aufsichtsratschef Wulf Matthias von seinem Posten  zurückgetreten. Der immerhin schon 75-jährige will nach eigenem Bekunden damit einen Generationswechsel im Aufsichtsorgan  möglich machen. Nachfolger wird der 54-jährige Thomas Eichelmann, der erst seit letztem Jahr im Gremium sitzt, allerdings in  herausgehobener Position als Vorsitzender des neu geschaffenen Prüfungsausschusses, sodass er auch schon vor dem offiziellen  Wechsel als Kronprinz galt.

Vom Markt gibt es für diese Rochade (Matthias bleibt bis zum Mandatsende im Sommer 2021 einfaches Mitglied des Aufsichtsrates) viel Applaus. Denn Eichelmann wird zugetraut, die besonders im letzten Jahr in Zweifel gezogene Corporate Governance bei Wirecard wieder ins Lot zu bringen und ein Gegengewicht zum Vorstandschef Markus Braun zu bilden, der bislang das Unternehmen voll und ganz auf sich zugeschnitten hatte.

Allerdings bleiben Unsicherheiten. Denn aktuell untersuchen bekanntlich die Wirtschaftsprüfer von KPMG die Bilanzen,  insbesondere der Töchter in Dubai und Singapur. Der neue Aufsichtsratschef Eichelmann war bislang direkter  Ansprechpartner von KPMG. Die Untersuchung soll Ende des ersten Quartals beendet werden, danach hat Wirecard auch  versprochen, den Untersuchungsbericht zu veröffentlichen. Daran muss sich dann das Unternehmen, das immer wieder in Kritik bezüglich seiner  Transparenz geraten ist, auch messen lassen.

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