Allerdings weniger bei den Unternehmenszahlen. An dieser Stelle soll es eher um ein Projekt geben, von dem sich viele eine Belebung des Neuemissions-Marktes an der deutschen Börse erhofften. Denn es war immer wieder darüber gesprochen worden, dass der Wolfsburger Konzern seine Lkw- und Bustochter Traton noch in diesem Jahr an die Börse bringen könnte. Bei einer derzeit angenommenen Bewertung von rund 30 Mrd. EUR war von einem Platzierungsvolumen zwischen 5 bis 6 Mrd. EUR die Rede.

Nun erwischt Volkswagen die Anleger auf dem komplett falschen Fuß. Denn man schiebt den Börsengang mit Hinweis auf die aktuelle Marktlage auf unbestimmte Zeit nach hinten. Dabei hatten sich viele Marktteilnehmer erhofft, dass diese Emission quasi als Türöffner auch für andere in der IPO-Pipeline dienen könnte. Namentlich geht es unter anderem um die Antriebssparte von Continental, die inzwischen unter dem Namen Vitesco firmiert.

Allerdings: Dieses Thema dürfte wohl relativ schnell wieder in der Beurteilung von Volkswagen nach hinten rutschen, da hier kein dringender ökonomischer Handlungsbedarf besteht. Interessanter ist derzeit sowieso die neu ausgegebene E-Mobilitäts-Strategie, die Vorstandschef Herbert Diess mit Vehemenz vorantreiben möchte. Allerdings ist die Absage des IPO auch für ihn eine Schlappe, weil es ein wichtiger Bestandteil seiner Ideen für einen Umbau des Konzerns gewesen war.

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