Bei unserer letzten Besprechung im Oktober hatten wir eigentlich erwartet, dass die Übernahme des Versorger Suez durch den ebenfalls in Frankreich beheimateten Umweltdienstleister Veolia Environnement faktisch durch sei. Anlass zu dieser Annahme lieferte der Umstand, dass der Versorger Engie als bislang größter Einzelaktionär bei Suez seine Anteile von 29,9% an Veolia abgeben wollte, nachdem das Angebot von zuvor 15,50 EUR auf 18 EUR je Aktie hochgestuft wurde. Doch weit gefehlt:

In den vergangenen Monaten und Wochen gab es eine regelrechte Schlammschlacht zwischen den Kontrahenten. Versuche, wieder ins Gespräch zu kommen und eine friedliche Lösung zu finden, wurden zuletzt am 5. Februar bei einem Treffen zerschlagen. Denn Suez-Chef Bertrand Camus setzt nach wie vor auf einen weißen Ritter, der aktuell noch mit den beiden Finanzinvestoren Ardian und Global Infrastructure Partners bereitsteht, allerdings so wie Veolia ebenfalls nur 18 EUR je Aktie zahlen wollen. Nun hatte in dieser Woche Veolia die vermeintlichen Samthandschuhe ausgezogen und eine feindliche Übernahmeofferte für die restlichen Anteile an Suez lanciert. Prompt grätschte die französische Justiz dazwischen und untersagte dies. Ein Vorgehen, das auch im Élysée-Palast nicht unbedingt seine Zustimmung fand. Denn dort will man, wenn es schon zu einem Zusammenschluss kommt, eine friedliche Lösung

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