Die Vorlage der Zahlen zum vierten Quartal 2021 des italienischen Telekomkonzerns TIM Group (ehemals Telecom Italia) ließen nicht nur die Aktien einbrechen, sondern brachten auch die ausstehenden Bonds unter weiteren Abgabedruck. Mehr als verständlich:

Denn der Nettoverlust von 8,6 Mrd. EUR im Schlussquartal ist mehr als die Marktkapitalisierung der Aktie, die inzwischen nur noch bei rund 7,3 Mrd. EUR liegt. Der Schuldige für dieses Desaster war auch schnell gefunden. Denn TIM musste erhebliche Abschreibungen auf die Beteiligung DAZN machen und das dürfte sowohl in diesem und im nächsten Jahr wohl kaum wesentlich besser werden. Immerhin: Für das Gesamtjahr wies TIM ein organisches EBITDA von 6,2 Mrd. EUR aus. Hier hatten die Analysten und Investoren im Vorfeld nur mit 6 Mrd. EUR gerechnet. Also ein kleiner Lichtblick, auch wenn das ausgewiesene EBITDA ein Rückgang um fast 10 % zum Vorjahr bedeutete.

Als wären die schwachen operativen Zahlen bzw. Abschreibungen nicht noch genug, muss sich TIM nach wie vor mit dem unfreundlichen Übernahmeangebot des Finanzinvestors KKR rumschlagen. Dessen aktuelles Angebot beläuft sich auf rund 10,8 Mrd. EUR, angesichts des jüngsten Kurssturz sicherlich äußerst attraktiv für den Streubesitz. Da TIM nach wie vor eine Übernahme komplett ablehnt, scheint es wohl nun auf eine Teillösung hinauszulaufen. Nach InsiderInformationen soll TIM wohl KKR angeboten haben, bei der Ausgliederung des Festnetzes in eine neue Sparte eine führende Rolle zu übernehmen. KKR hat schon 37,5% des sekundären Netzes von TIM inklusive Straßenverteilerkästen und letzte Meile. Bei der Ausgliederung hätte KKR wohl die Möglichkeit, hier einen noch größeren Zugriff zu erhalten.

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