Steuert der Öl-Krieg zwischen Russland und Saudi-Arabien auf seinen Höhepunkt und mithin auf einen Waffenstillstand zu? Noch  in dieser Woche könnten beide Länder inklusive OPEC und OPEC+ sich auf eine Produktionskürzung verständigen. Erst am Mittwoch äußerte  sich Moskau dahingehend, dass man seine tägliche Produktion um 1,6 Mio. Barrel reduzieren könnte, was ein Rückgang um 15% bedeuten würde.  Aber:

Das alles kann und soll nur passieren, wenn auch Amerika mitzieht. Geht es um Öl, haben wir de facto eine zweigeteilte Welt. Auf der einen Seite die Öl-Konsumenten, die sich in der Organisation Internationale Energieagentur (IEA) verständigen. Auf der anderen Seite die OPEC bzw. OPEC+ der erdölexportierenden Länder. Die USA bilden hier eine einzigartige Zwitter-Position, da sie sowohl der weltgrößte Ölproduzent (durch Schieferöl) wie auch der weltgrößte Konsument sind. Aus diesem Spannungsbogen ergeben sich natürlich die extrem problematischen Impulse, welche die USA im derzeitigen Konflikt um Förderquoten und Preise liefern. Denn auf der einen Seite sind die USA  traditionell für niedrige Energiepreise, aufgrund der Produzenten-Eigenschaft drängen sie allerdings inzwischen auch semi-offiziell auf höhere  Ölpreise, weil ansonsten ein Massensterben der heimischen Schieferöl-Industrie bevorstehen könnte.

Es scheint wie die Quadratur des Kreises: Wenn die USA beim angestrebten Deal bezüglich Förderkürzungen nicht mitmachen, wird es diesen Deal wohl nicht geben und damit ist absehbar, dass der Ölpreis weiterhin extrem niedrig bleibt. Stimmt sie dem zu, dürfte der heimischen Ölindustrie ein wichtiges Instrument aus der Hand genommen werden, mit dem sie derzeit den Ölpreis-Einbruch versucht zu kompensieren – nämlich massiver Förderanstieg.

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