[vc_row][vc_column][vc_column_text]In den vergangenen Wochen kamen wieder etliche neue Platzierungen aus dem Unternehmensbereich an den Markt. Dabei fielen uns drei Emittenten besonders auf, die wir im Folgenden kurz beurteilen.[/vc_column_text][vc_column_text]Hertz[/vc_column_text][vc_column_text]Die neue 2nd-lien-Anleihe des Autovermieters Herz hat von Moody´s eine Einstufung mit B1 erhalten. Die mit insgesamt 1,25 Mrd. USD emittierte Anleihe wird für die Ablösung anderer Schulden verwendet, darunter einen Block über 700 Mio. USD. Bei den Kreditanalysten kommen die Bemühungen des Unternehmens, wieder auf stabilere finanzielle Füße zu kommen, gut an. Allerdings bleibt man vorsichtig, weil sich die Liquiditätssituation bei Hertz sehr stark saisonal ändern kann.[/vc_column_text][vc_column_text]Aktuell scheint allerdings alles in geregelten Bahnen zu laufen. Per 31. März wurde eine Liquiditätsposition von rund 5,7 Mrd. USD ausgewiesen. Der Großteil davon entfällt auf mehrjährige ABS-Kredite (Asset Backed Securities). Als kritisch muss ein Revolvering-Kredit über insgesamt 1,7 Mrd. USD angesehen werden. Denn seine Nutzung verlangt die Einhaltung von Obergrenzen im Leverage. So darf Hertz im ersten bis dritten Quartal des laufenden Jahres nur eine Ratio von 3,25 in Bezug auf 1st-lien-Schulden zum EBITDA ausweisen. Diese Ratio muss im vierten Quartal und darüber hinaus auf das Dreifache verringert werden. Für das erste Quartal gab Hertz diesbezüglich einen Leverage von 2,4 an.[/vc_column_text][vc_column_text]Durch die neue Anleihe sollen auch 1st-lien-Schulden getilgt werden, was die entsprechende Ratio entsprechend weiter verbessern könnte. Die Nachrangigkeit der neuen Anleihe hat allerdings auch seinen Preis für das Unternehmen, wie man an der entsprechenden Rendite sieht. Da wir hier das grundlegende Risiko des Emittenten für durchaus attraktiv gepreist ansehen, empfehlen wir den Kauf.[/vc_column_text][vc_column_text]Nokia[/vc_column_text][vc_column_text]Der finnische Netzwerkspezialist kam gleich mit 2 neuen USD-Anleihen an den Markt. Und sorgte dabei für erhebliche Aufregung. Denn die insgesamt 1 Mrd. USD in zwei Tranchen war nicht nur die erste USD-Emission seit etlichen Jahren. Noch bemerkenswerter war, dass Nokia Kauforders über insgesamt 8 Mrd. USD erhielt. Das setzte das Unternehmen natürlich in die Lage, hier bei der Emissionsrendite noch einmal nach unten nachzubessern.[/vc_column_text][vc_column_text]Warum dieser Run auf die neuen Anleihen? Schließlich handelt es sich hierbei um Anleihen mit einem Non-Investmentgrade-Rating von Ba1 (Moody´s), was landläufig auch als Junk oder Schrott-Anleihen bezeichnet wird. Die Erklärung findet sich darin, dass der Markt sehr genau die Transformation von Nokia von einem gescheiterten Handyhersteller hin zu einem gefragten Anbieter von Netzwerktechnik verfolgt. Auch wenn dies ein recht steiniger Weg mit andauernden Herausforderungen ist, so konnte Nokia in den letzten Quartalen hier durchaus Fortschritte melden.[/vc_column_text][vc_column_text]Bezüglich der Anleihen gibt es dabei noch eine weitere Phantasie. Denn Nokia hat stark daran gearbeitet, seine Verschuldung zu senken. Dazu passt auch, dass gleichzeitig zur Neuemission auch Rückkaufangebote für drei ausstehende Anleihen an den Markt kamen. Damit erhält sich Nokia die Möglichkeit bzw. Perspektive, auf absehbare Zeit auch wieder einen Investmentgrade zu erlangen. Und das würde letzten Endes auch wieder eine deutlich breitere Anlegerschicht ansprechen können.[/vc_column_text][vc_column_text]Unser Fazit: Greift hier nur ein Bruchteil der Investoren zu, die bei den Neuemissionen leer ausgingen, dürften die neuen Anleihen über ein attraktives Kurspotenzial verfügen. Deshalb raten wir bei beiden zum Kauf.[/vc_column_text][vc_column_text]Stora Enso[/vc_column_text][vc_column_text]Wir bleiben in Skandinavien. Denn auch der Papierhersteller Stora Enso hat eine neue Anleihe erfolgreich am Markt unterbringen können. Während viele Emittenten in den vergangenen Monaten eher mittlere Laufzeiten im Bereich von 5-7 Jahren bevorzugten, brachte Stora Enso eine zehnjährige Anleihe mit einem Coupon von 2,5% an den Markt. Insgesamt konnten damit 300 Mio. EUR eingesammelt werden, die auch zur Ablösung einiger bislang ausstehender Anleihen verwendet werden.[/vc_column_text][vc_column_text]Grundsätzlich ist Stora Enso sicherlich kein einfaches Investment. Denn dem Unternehmen macht der allgemeine Trend zur Digitalisierung weiterhin zu schaffen, weil dies die Nachfragesituation für Papier nachhaltig belastet. Teilweise kann dies zwar durch entsprechende Zuwächse im Verpackungssektor (Stichwort E-Commerce-Versand) kompensiert werden. Doch weist das Unternehmen bereits seit Jahren rückläufige Umsätze aus. Dank entsprechender Kostensenkungsmaßnahmen konnte allerdings der operative Gewinn tendenziell stabil gehalten bzw. verbessert werden.[/vc_column_text][vc_column_text]Dies und die Bemühungen eines weiteren Schuldenabbaus haben dazu geführt, dass sich die Ratio der Nettoverschuldung zu EBITDA in den vergangenen Jahren vom 2,9fachen (2013) auf das inzwischen 2,0fache (2016) verbessern konnte. Insofern gibt es auch hier durchaus eine gewisse Phantasie auf Ratingverbesserungen. Wir würden für diese Emission ebenfalls eine Kauf-Empfehlung aussprechen.[/vc_column_text][vc_single_image image=“16915″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row]