Man soll sicherlich manche Zusammenhänge nicht über Gebühr strapazieren. Dennoch ist es auffällig, dass der Blick des Marktes auf griechische Schulden sich auch zuletzt unter dem Aspekt des Regierungswechsels (siehe Ausgabe 28/19) wesentlich geändert hat. Was dazu führt, dass griechische Unternehmen, die lange Zeit massiv gemieden wurden, mittlerweile zunehmend gesucht werden.

Das hat natürlich in erster Linie damit zu tun, dass sie noch höhere Renditen im Euroraum geben müssen, um ihre Bonds loszuwerden.  Doch selbst im Hochzins-Bereich agieren die Anleger gerade mit Blick auf die griechischen Besonderheiten sicherlich nicht komplett blind, sondern durchaus auch risikobewusst. Die Folge:

Das Emissionsvolumen griechische Anleihen hat sich in diesem Jahr gegenüber den Vorjahren erheblich vergrößert. Das gilt natürlich  in allererster Linie für sogenannte SSAs, also staatsgarantierte oder staatsnahe Bonds. Aber auch bei  Unternehmensanleihen und (etwas weniger) Bonds von Finanzinstitutionen gibt es inzwischen einen klaren Trend. Mit dem  Ergebnis, dass manche Investoren, die in den vergangenen Jahren den Griechen quasi die Stange gehalten haben, inzwischen  Probleme bekommen, ihre Investmentstrategie weiterzuführen. Das gilt insbesondere für die Europäische Bank für Wiederaufbau, die  beispielsweise zuletzt bei einer Emission des griechischen Mischkonzerns Mytilineos (Metallurgie und Technologie) deutlich  weniger zum Zuge kam als gedacht. Diese Emission hatte ein Volumen von 500 Mio. EUR und verzeichnete Gebote über 1,9 Mrd.  EUR.

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