Der Wahlausgang in Griechenland am vergangenen Sonntag bot im Kern keine Überraschung. Wie an dieser Stelle ebenfalls schon kommentiert, lag vor dem Wahlgang die oppositionelle konservative Partei Nea Dimokratia gegenüber der regierenden Syriza deutlich in Führung. Überraschend warletztlich eigentlich nur, dass es den Konservativen gelang, nun auch die absolute Mehrheit im Parlament zu erringen. Dadurch muss sich der zukünftige Premierminister Kyriakos Mitsotakis eigentlich auf keine Deals mit anderen Parteien einlassen.

Allerdings bedeutet das im Umkehrschluss auch, dass er sich nun voll und ganz an seinen Wahlversprechen messen lassen muss. Er hatte die Griechen insbesondere mit dem Versprechen von Steuersenkungen anlocken können. Man darf gespannt sein, wie er das angesichts der immer nochschwierigen Haushaltslage umsetzt. Schließlich hat Griechenland immer noch mit über 180% die höchste Verschuldung zum BIP in der Eurozone. Auch wenn die Prognosen davon ausgehen, dass dieser Prozentsatz in den nächsten Jahren abgeschmolzen werden kann, so ist für reine Wahlgeschenke kaum Geld da.

In diesem Zusammenhang wird es nun darum gehen, wie sich einerseits die Euro-Gremien positionieren. Andererseits könnte hier die EZB unter der Führung von Christine Lagarde eine neue Rolle spielen. Diese wird bekanntlich im November die Nachfolge von Mario Draghi antreten und wird seine Politik der ultralockeren Zinsen höchstwahrscheinlich nicht nur weiterführen, sondern noch ausbauen. Insofern könnte sich Griechenland sogar wahr scheinlich der Hoffnung hingeben, mit seinen Staatsanleihen auch in ein  kommendes Anleihenkaufprogramm der EZB aufgenommen zu werden.

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