Dass man am Kapitalmarkt mitunter einen langen Atem braucht, führt derzeit Gold eindrucksvoll vor. Immerhin hatte es fast neun Jahre gebraucht, ehe der Goldpreis wieder sein altes Hoch erreichen konnte. Die spannende Frage ist, ob die inzwischen auch stattgefundene Setzung eines neuen Allzeithoch bei 2063,56 USD je Feinunze nun nur die Spitze einer letzten Übertreibung war oder hier der Trend noch weiter vorangetrieben werden kann?

Ein Blick auf den nebenstehenden Chart zeigt: Gold war in diesem Jahr sogar besser als der eigentliche Highflyer Nasdaq. Allerdings sind sich die Marktteilnehmer nicht ganz so sicher, welche Triebkräfte hier tatsächlich wirken. Denn die Antwort darauf könnte entscheidend dafür sein, welche Perspektive der Goldpreis tatsächlich in den nächsten Wochen und Monaten hat.

Letztlich ist es derzeit noch ein ganzer Strauß an Gründen. Zum einen ist da sicherlich die Sorge zu nennen, dass die jüngsten Kursaufschläge an den Aktienmärkten angesichts der immer noch schwierigen konjunkturellen Lage und der immer noch nicht komplett eingedämmten Pandemie überzogen waren. Nicht umsonst melden sich quasi im Wochentakt auch Analysten und selbst ernannte Experten mit der Warnung zu Wort, dass die nächste massive Korrektur vor der Tür stehen würde. Eine andere Frage ist natürlich, wie sich Gold als Asset gegenüber anderen Klassen positioniert. Hier schaut man insbesondere auf den Anleihenmarkt, der ja weiterhin, zumindest im Investmentgrade-Bereich, kaum interessante Renditen liefert. Und natürlich wäre da auch noch die Inflationsangst. Denn bei den Aberbillionen an Dollar und Euro, die Notenbanken und Regierungen nun in die Märkte pumpen wollen oder schon gepumpt haben, fürchten viele, dass sich die Inflation angesichts dieser massiv erhöhten Geldmengen wieder beschleunigen könnte. Und Gold bietet als klassisches werterhaltenes Asset dabei weiterhin einen sicheren Hafen.

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