Damoklesschwert Zahlungsausfälle? Nachdem nun die weiß Gott tief rotgefärbten Konjunkturdaten aus dem zweiten Quartal auf dem Tisch liegen,  kommen natürlich auch die Prognosen an den Markt, wie es in den nächsten zwölf Monaten weitergehen könnte. Dabei melden sich derzeit gerade die Ratingagenturen verstärkt zu Wort, denen es natürlich vorrangig um die Entwicklung der möglichen Zahlungsausfälle geht. Dabei zeichnen sie insbesondere im Non-Investmentgrade-Bereich ein eher düsteres Bild.

So hat die Ratingagentur Standard & Poor‘s geschätzt, dass bei europäischen Unternehmen mit einem spekulativen Rating die Ausfallrate bis Juni 2021 auf bis zu 8,5% steigen könnte, nachdem sie im Juni dieses Jahres nur bei 3,4% lag. Das ist nicht einmal das Horrorszenario. Denn im besonders pessimistischen Szenario, wonach die Rezession auch über das erste Halbjahr hinausgeht und Unternehmen und private Haushalte weiter unter Druck stehen, könnte es nach Meinung der Kreditanalysten sogar zu Ausfallraten von bis zu 11,5% kommen. Das wäre mehr, als der Markt beispielsweise bei der Finanzkrise 2008/2009 gesehen hatte.

Warum ist solch eine Prognose wichtig? Sie steckt in gewisser Weise auch die Pfeiler ab, in welchem Finanzierungsumfeld sich Unternehmen in nächsten  zwölf Monaten bewegen könnten. Denn eine höhere Ausfallwahrscheinlichkeit würde natürlich auch die Renditen bzw. die Zinssätze für neue Finanzierungen  bzw. Refinanzierungen nach oben treiben. Ganz abgesehen davon, dass die Banken wohl ihre Kreditrichtlinien weiter verschärfen würden.

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