Es ist eine Drohkulisse, die finanziell und politisch ziemlich große Sprengkraft haben könnte. Der zweitgrößte amerikanische Autobauer Ford will sein Europageschäft radikal umbauen. Was das für die deutschen Standorte in Köln und Saarlouis bedeutet, ist noch unklar. Insgesamt geht es um rund 24.000 Mitarbeiter hierzulande.  Wobei Ford sich gute Argumente überlegen muss, wenn man hier Veränderungen vorantreiben will. Denn die deutschen Werke sind nach Auskunft des Unternehmens durchaus gesund und profitabel.

Dennoch: Auch die deutschen bzw. europäischen Aktivitäten dürften kaum unbehelligt bleiben, wenn Ford den Plan umsetzt, kräftig Kosten senken zu wollen. Wie zuletzt Vorstandschef Jim Hackett mitteilte, sei man extrem unzufrieden mit den Entwicklungen in Europa und in China. Wobei das Topmanagement stark unter Druck steht. Im letzten Quartal musste Ford beim operativen Ergebnis einen Abstrich von rund 195 Mio. USD hinnehmen, unterm Strich fiel sogar ein Verlust von 63 Mio. USD an. Für das Europa-Geschäft rechnet der Konzern nun in diesem Jahr insgesamt mit einem Minus.

Nimmt man die derzeitige Wortmeldung für bare Münze, heißt das, dass die negativen Effekte hauptsächlich außerhalb von Deutschland generiert werden. Doch in einem großen Kostensenkungsplan dürften die deutschen Werke kaum gänzlich ungeschoren bleiben. Das könnte demnächst für erhebliche Unruhe auch am Kapitalmarkt sorgen.

Dieser Inhalt ist nur für ICM Premium Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren