So langsam wird man den Eindruck nicht los, als wenn europäische Konzerne nicht mehr fähig sind, Fusionen zu stemmen. Und wenn solch ein Projekt schon einmal auf dem Tisch liegt, nimmt man lieber jegliche Umleitung als den direkten Wert. Wir wollen an dieser Stelle gar nicht mehr über das Fusionsgeplänkel CommerzbankDeutsche Bank reden. An dieser Stelle geht es erneut um Fiat Chrysler und die Idee eines Zusammenschlusses mit der französischen Renault.

Letzte Woche mussten wir an dieser Stelle berichten, dass die ersten Fusionsüberlegungen schon wieder im Papierkorb gelandet sind. Ganz überraschend  zog Fiat Chrysler sein Angebot zurück, wobei man insbesondere die zögerliche Haltung der französischen Regierung als Grund nannte. Allerdings dürfte  wohl eher eine Rolle gespielt haben, dass sich der Renault-Partner Nissan zuerst ziemlich sträubte, was ein Bündnis anging, weil man den Verlust von  Einfluss befürchtet. Und klar ist eigentlich jedem: Eine Fusion ergibt nur dann wirklichen Sinn, wenn auch die Japaner mit an Bord sind.

Mittlerweile sieht es aber fast schon danach aus, als hätte das Fusionsprojekt doch noch eine Chance. Zumindest sollen die Chefs von Fiat Chrysler und  Renault wieder über das Projekt gesprochen haben. In diesem Zusammenhang hatte der französische Wirtschaftsminister signalisiert, dass der Staat seine  Beteiligung von derzeit 15% reduzieren könnte. Allerdings hatte er dieses Statement eher mit Blick auf Nissan getan, um den Japanern quasi eine goldene  Brücke zu bauen, um ihren Anteilsbesitz an einem neuen fusionierten Unternehmen zu untermauern.

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