In einem Börsenbericht bestätigte der chinesische Immobilienentwickler Evergrande, dass mehrere Investoren in Gesprächen mit dem Unternehmen über den Erwerb bestimmter Vermögenswerte sind, einschließlich Teilbeteiligungen an New Energy Vehicle und Property Services. Es bleibt unklar, wann diese potenziellen Verkäufe von Vermögenswerten zustande kommen würden und wie viel Liquidität dem Unternehmen wieder zugeführt werden könnte.

Nach der Stellungnahme der Regierung zu Evergrandes Liquiditätsproblem und der Anweisung des Obersten Gerichts, die Rechtsstreitigkeiten des Unternehmens zu zentralisieren, ist es ganz klar, dass die Regierung dazu beigetragen hat, Evergrande Zeit zu verschaffen, um die aktuellen Probleme zu bewältigen. Da die Zeit drängt, ist es für Evergrande sehr wichtig, Vermögenswerte zeitnah zu verkaufen und die Situation zu stabilisieren. Einem Artikel zufolge sind die bisherigen Interventionen der Regierung denen der HNA Group sehr ähnlich. 2016 und 2017 war der Konzern aus der Luftfahrtbrache weltweit auf Einkaufstour gegangen und hatte sich dabei übernommen, so dass es zu finanziellen Schwierigkeiten gekommen ist. Daraufhin hatte die HNA Group viele Beteiligungen verkauft, unter anderem eine fast 10%ge Beteiligung an der Deutschen Bank.

Sowohl bei der Evergrande als auch bei HNA Group geht es um eine Schadensbegrenzung. Die Regierung möchte verhindern, dass die Probleme zu einem unkontrollierbaren Risiko für das chinesische Finanzsystem werden. Selbst bei der HNA Group, die seit 2017 Probleme hat, wurde das von der Regierung beauftragte Arbeitsteam erst Anfang 2020 eingesetzt. Wenn überhaupt, haben die Regulierungsbehörden der HNA Group und der Provinzregierung von Hainan Zeit verschafft, um das Unternehmen zu retten, aber erst drastischere Maßnahmen ergriffen, als sich herausstellte, dass ein weiteres Eingreifen erforderlich war.

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