Die amerikanische Telekom-Tochter T-Mobile US konnte in dieser Woche einen ganz wichtigen Etappensieg in Amerika  verbuchen. Beim Ringen um die Genehmigung zur Fusion mit der bisherigen Softbank-Tochter Sprint genehmigte nun ein  Bundesrichter den Zusammenschluss. Und das sogar ohne weitere Auflagen. Geklagt hatten zahlreiche US-Bundestaaten, die aus  dieser Fusion erhebliche Gefahren für den Wettbewerb erwarten, obwohl  schon jetzt feststeht, dass T-Mobile US und Sprint  Assets abgeben müssen. So war man sich schon mit dem Kabelanbieter Dish einig geworden, der sowohl Frequenzspektren als  auch Prepaid-Kunden von Sprint übernehmen wird.

Keine Frage: Damit ist das Thema Gericht noch nicht zu Ende. Denn einige Staatsanwälte haben schon angekündigt, in  Berufung zu gehen. Aber wie Telekom-Chef Höttges erklärte, hätte man dem Erst-Instanz-Urteil einen  großen Brocken zur Seite  geräumt. Dieser scheint sogar so groß zu sein, dass die Telekom jetzt nach Angaben von Insidern sogar die Bedingungen neu  verhandeln will. Denn Tatsache ist, dass seit 2018, als die Fusion erstmals bekannt gegeben wurde, Sprint sowohl operativ als auch im Aktienkurs kräftig gelitten hat.

Das Problem dabei: Einerseits hat die Telekom alle Möglichkeiten, nachzuverhandeln. Denn die ursprüngliche Frist zum  Abschluss der Übernahme ist Ende 2019 offiziell abgelaufen. Allerdings könnte sich durch Nachverhandlung der Deal  verzögern oder am Ende sogar scheitern. Aktuell ist es schwer zu beurteilen, ob Letzteres nicht ein Glücksfall wäre. Denn allein  war man in den letzten Quartalen sehr gut unterwegs und konnte seine Nutzerbasis weiter ausbauen. Sprint scheint derzeit  eher wie der Klotz am Bein. Aber natürlich würde ein Abblasen der Fusion nicht nur bedeuten, dass der geplante Zusammenschluss ein drittes Mal gescheitert ist und damit wohl nie wieder wiederholt werden würde. Andererseits würde man damit natürlich den beiden Platzhirschen  AT&T und Verizon zusätzliche Zeit geben, um sich auf den tendenziell steigenden Wettbewerb vorzubereiten.

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