Seit gut drei Wochen ist Christine Lagarde nun schon Präsidentin der Europäischen Zentralbank. In dieser Zeit war von ihr zur weiteren geldpolitischen Strategie der EZB herzlich wenig zu hören. Ganz überraschend kam das nicht, da Madame Lagarde zu ihrem Jobbeginn klarstellte, dass sie sich erst einmal sämtliche bisherige Maßnahmen selbst anschauen wolle. Das kann man auch durchaus nachvollziehen. Aber so langsam wird es Zeit, dass sie hier einen ersten Pfeiler im Markt einrammt.

Das könnte sie womöglich noch in dieser Woche tun. Denn am Freitag ist sie mit einer Rede auf einer Banken-Konferenz in Frankfurt avisiert. Sollte hier (wider Erwarten) nichts Substanzielles kommen, wäre die nächste Gelegenheit wohl erst der 12. Dezember, wenn sich der EZB-Rat erstmals unter ihrer Leitung zur dann letzten Sitzung in diesem Jahr trifft.

Eins wird momentan auf jeden Fall deutlich: Das lange Schweigen der EZB-Präsidentin lässt viel Spielraum für Spekulationen. Diese  fokussieren sich insbesondere auf das Tempo weiterer möglicher Zinssenkungen der EZB. In der nebenstehenden Grafik wird dies relativ deutlich. Zu ihrem Amtsantritt stellten sich die Erwartungen im Markt hinsichtlich weiterer Zinssenkungen (vor allem der  Einlagenzinsen) deutlich forscher dar. Diese wurden aber nun nach drei Wochen signifikant zurückgenommen. So wird im  Konsens derzeit damit gerechnet, dass die EZB wohl erst ab nächsten Sommer nochmals einen Zinssenkung- Zyklus einläutet.

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