Der britische Billigflieger Easyjet hat seine endgültige Jahresbilanz 2019/20 präsentiert. Erste Rahmendaten hatte es bekanntlich schon Anfang Oktober gegeben (siehe Ausgabe 41/19). Diese wurden weitestgehend bestätigt. Das Unternehmen machte im zurückliegenden Geschäftsjahr ein ordentliches Umsatzplus von 8,2 % auf 6,38 Mrd. GBP. Netto verdiente man 349 Mio. GBP, ein Rückgang um 2,5%. Dabei litt die Bilanz hauptsächlich unter höheren Treibstoff- und Personalkosten. Immerhin konnte das operative Ergebnis leicht um 0,64% auf 466 Mio. GBP gesteigert werden. Außerdem aus unserer Sicht noch wichtig: Die Nettoverschuldung wurde auf 326 Mio. GBP mehr als halbiert.

Dass also der Status quo. Doch Easyjet plant inzwischen noch einen anderen Wurf. Denn man steigt nun in das Geschäft mit Pauschalreisen ein. Dafür wird eine neue Sparte gegründet. Die Rechnung dabei ist einfach. Easyjet könnte den Kunden durch sein Kurzstreckennetz mehr als 100 Ferienziele anbieten und hier Kooperationen mit mehr als 5.000 Hotels eingehen. Aktueller Stand ist, dass Easyjet jedes Jahr rund 20 Mio. Passagiere zu den größten europäischen Ferienzielen fliegt, davon allerdings nur eine halbe Million die entsprechenden Unterkünfte auch über die Airline bucht. Entsprechend hoch schätzt man das eigene Marktpotenzial ein.

Gute Chancen, diese Pläne umzusetzen,  gibt es tatsächlich. Denn mit der Pleite von Thomas Cook ist bekanntlich ein ganz  großer Mitspieler aus dem Reisemarkt verschwunden. Außerdem kann Easyjet seine Kunden gezielt ansprechen und über die geplanten Strukturen die Anlaufkosten relativ überschaubar halten.

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