Mit der Bilanz 2018 konnte die Commerzbank auf den ersten Blick durchaus überzeugen. Dies lag nicht nur daran, dass man netto mit 865 Mio. EUR deutlich in der Gewinnzone lag und damit die Analystenerwartungen übertraf. Hinzu kam, dass beim Blick auf die Altlasten Fortschritte beim Abbau, insbesondere bei den Schiffskrediten, erkennbar wurden. Und zusätzlich konnte die Bank ihr Zwischenziel von 1 Mio. neuen Privatkunden erreichen. Mit knapp 9.000 neuen Firmenkunden konnte das Zwischenziel von zuvor 7.000 sogar deutlich überboten werden.

Damit hat die Commerzbank letztlich die Zwischenziele ihrer Restrukturierungsstrategie „Commerzbank 4.0“ erreichen können. Aber es wurde auch  deutlich, dass noch viel Arbeit getan werden muss. Das betrifft zum einen das operative Ergebnis. Trotz der deutlichen Kundenzunahme mussten sowohl Privatkunden- als auch Firmenkundensparte Rückgänge bei ihren operativen Ergebnissen hinnehmen. Was von unserer Seite so interpretiert wird, dass letztlich der starke Kundenzuwachs durch niedrigere Preise und niedrigere Margen erkauft wird.

Problematisch bleibt auch die Kostensituation. Obwohl die Bank schon erhebliche Einsparungen durchgesetzt hat, blieben die Aufwendungen bei 6,9 Mrd. EUR relativ stabil. Dadurch verschlechterte sich die Kosten-Ertrags-Quote erneut von zuvor 78% auf 80,3%. Das ursprüngliche Ziel von 66% hat die Commerzbank nun aufgegeben und will zumindest 70% ansteuern.

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