Der türkische Hersteller der „Weißen Ware“ bzw. von Haushaltsgeräten musste seine Werke in Pakistan, Südafrika, Bangladesch und Indien aufgrund der in diesen Ländern verhängten Sperrmaßnahmen wegen COVID-19 vorübergehend schließen. Wichtig ist, dass die Fabriken in der Türkei, auf die rund 65% der Gesamtkapazität entfallen, weiterhin in Betrieb sind, wenn auch mit  einer Auslastung, die 30-35% unter der üblichen liegt. Im ersten Quartal 2020 war die Nachfrage nach Arcelik-Produkten sowohl in der Türkei als auch in Europa noch  gestiegen. Die Pandemie wird jedoch zu einem deutlichen Absatzeinbruch führen. Verspätete oder stornierte Bestellungen im Mai und A pril können zu  einem Rückgang des Umsatzes in Europa um 40-50% führen.

Das Management beabsichtigt Kosten zu senken, um die Auswirkungen der geringeren Nachfrage und Kapazitätsauslastung zu kompensieren. Das  Unternehmen hat einen erheblichen Spielraum zur Optimierung seiner Kostenbasis, da rund 55% der Betriebskosten und 80% der Kosten, die durch den Verkauf entstehen, variabel sind. Arcelik versucht auch, Groß- und Einzelhändler in das Online-Verkaufssystem des Unternehmens zu  integrieren und Kunden somit die Platzierung der Bestellungen über das Telefon zu ermöglichen.

Das Unternehmen verfügt über einen erheblichen Cash-Puffer. Zum Jahresende betrug die Liquidität 7 Mrd. TRY oder umgerechnet 0,92 Mrd. EUR. Rund 80% der Liquidität sind in harter Währung. Das Unternehmen rechnet zwar mit einem Hebelanstieg im laufenden Geschäftsjahr, ist  aber mit der Bilanzstruktur zufrieden. Aktuell wird die Budgetierung überarbeitet und eine neue EBITDA-Guidance wurde noch nicht veröffentlicht,  so dass Aussagen zum Leverage noch nicht getroffen werden können. Zum Jahresende lag der Hebel jedoch beim 2,4fachen. Zusätzlich sollen die geplanten Investitionsprojekte im Gegenwert von 230 Mio. EUR teilweise verschoben werden. 

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