Seit Mittwoch läuft in Berlin die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung, kurz ILA. Sie gehört neben der Farnborough International Airshow zu den wichtigsten Branchenmessen der Flugzeugindustrie. Und sie ist immer wieder auch Anlass für die beiden Branchengrößen Boeing und Airbus, mit neuen Auftragsnachrichten zu punkten. Was in diesem Jahr besondere Brisanz erhält, da in dieser Woche auch die Quartalsberichte vorgelegt werden. Boeing hat seine Zahlen bereits präsentiert.

Und die fielen sehr positiv aus. So konnte der Marktführer seinen Gewinn um satte 57% auf fast 2,5 Mrd. USD steigern. Der Umsatz legte um 6% auf 43,4 Mrd. USD zu. Boeing selbst bleibt im Ausblick extrem optimistisch. So will man in diesem Jahr wie bislang geplant 810-815 Verkehrsflugzeuge ausliefern. Noch mehr Aufmerksamkeit bekam Boeing dadurch, dass es die Gewinnprognose deutlich anhob. Nun wird ein Gewinn je Aktie zwischen 14,30 und 14,50 USD angepeilt. Im Januar lag man sowohl am unteren als auch am oberen Rand der Spanne noch um jeweils 0,50 USD tiefer.

Will Airbus hier mithalten, darf sich der europäische Flugzeugbauer am Freitag bei seiner Bilanzpräsentation keine Schwäche leisten. Zumal man momentan sowieso eher unter Beobachtung steht. Das gilt insbesondere für das neue Produktionsziel. Denn Airbus will ab nächstem Jahr pro Monat 63 Flugzeuge des Typs A320 fertigstellen. Aktuell sind es 50. Das Problem: Von Seiten der Triebwerklieferanten gibt es Signale, dass das hochgeschraubte Produktionsziel zu ambitioniert sein könnte. Hinzu kommt, dass Boeing nun auch in China aufs Tempo drückt und noch in diesem Jahr mit einem Werk in Betrieb gehen will. Dort sollen einige der 737-Modelle fertiggestellt werden. Damit würde Boeing das Risiko deutlich minimieren, bei weiteren China-Sanktionen ausgesperrt zu werden.

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