Da solle noch jemand sagen, deutsche Firmen hätten keine Ideen mehr für eine Branchenkonsolidierung. Aktuell machen die beiden Immobilienkonzerne TLG Immobilien und Aroundtown entsprechende Schlagzeilen. Allerdings hinterlässt die geplante Fusion bzw. der Weg dorthin durchaus einige Fragezeichen.

Die Konstruktion, die hier augenscheinlich gewählt werden soll, ist schon etwas erklärungsbedürftig. Denn in einem ersten Schritt beteiligt sich die rund nur ein Drittel so große TLG Immobilien mit 9,99 % an Aroundtown. Abgebender Aktionär ist die Avisco Group des israelischen Investors Yakir Gabay, die ihren Anteil erst einmal auf 16,91% verringert. TLG hat darüber hinaus eine Option auf weitere 4,99% aus dem Bestand von Avisco. Bei TLG hat ebenfalls mit Amir Dayan ein Israeli mehr oder weniger das Sagen (19,33%). Außerdem ist auch die Regierung von Singapur mit 9,25% zweitgrößter Einzelaktionär.

Dass hier die deutlich kleinere Firma den aktiven Übernahmepart spielt, liegt wohl vor allem an einer steuerlichen  Konstruktion. Denn TLG kann im Rahmen einer Fusion Verlustvorträge aus der 2017 übernommenen WCM nutzen. Beide Unternehmen zusammen würden mit einem gemeinsam Immobilien-Vermögen von über 20 Mrd. EUR zu einem der größten Anbieter von Gewerbeimmobilien in Europa aufsteigen und wären damit wohl auch ein klarer DAX-Aspirant (aktuell ist Aroundtown im MDAX, TLG im SDAX).

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