[vc_row][vc_column][vc_column_text]Beim Stahlkonzern Thyssenkrupp, der keiner mehr sein will, lieferten die Zahlen zum zweiten Fiskalquartal 2017 (erstes Kalenderquartal) ein durchmischtes Bild ab. Was auch damit zu tun hat, dass der Konzern weiter in der Umbruchphase auf dem Weg zum Technologiekonzern noch Altlasten zu bewältigen hat. Das gilt insbesondere für das Stahlgeschäft, wo höhere Preise für Kokskohle und andere Rohstoffe zu einem unerwartet starken Geldabfluss führten.[/vc_column_text][vc_column_text]Natürlich ist bekannt, dass sich Thyssenkrupp auf absehbare Zeit vom Stahlgeschäft trennen möchte. Am wahrscheinlichsten ist weiterhin eine Zusammenlegung mit den Europa-Aktivitäten des indischen Wettbewerbers Tata Steel. Doch solange hier keine Vereinbarung getroffen ist, muss man mit den Einflüssen des Stahlgeschäftes rechnen. Dabei sahen diese im Quartal nicht einmal sonderlich negativ aus.[/vc_column_text][vc_column_text]So konnte Thyssenkrupp den operativen Gewinn der Stahlsparte auf 227 Mio. EUR hochtreiben. Im Jahr zuvor hatte die Sparte nur ein Mini-Ergebnis von 10 Mio. EUR ausweisen können. Doch die von Thyssenkrupp erreichten Preiserhöhungen können wegen der Langfristigkeit bestehender Verträge erst langsam ihren Einfluss auf das operative Ergebnis ausüben. Die schon angesprochenen Verteuerungen bei Kokskohle wirken dagegen sofort. Mit dem Ergebnis, dass Thyssenkrupp seine bisherige Schätzung für die Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft im laufenden Jahr deutlich korrigiert und nun mit einem negativen dreistelligen Millionenbetrag rechnet.[/vc_column_text][vc_column_text]Unterschiedliche Signale gibt es auch in der Prognose für das im September endende Geschäftsjahr. Einerseits hat Thyssenkrupp wegen der gut laufenden Geschäfte in seiner Industriesparte (Automotive, Aufzüge und Industrieanlagen) die Prognose für den bereinigten operativen Gewinn von zuvor 1,7 Mrd. EUR auf 1,8 Mrd. EUR angehoben. Im kommenden Jahr will man sogar 2 Mrd. EUR erreichen. Im Gegenzug dazu rechnet Thyssenkrupp allerdings damit, dass man netto im laufenden Geschäftsjahr wieder in die Verlustzone rutscht, weil am Ende des Geschäftsjahres mindestens noch nötige Abschreibungen in Höhe von 900 Mio. EUR auf den Verkauf des Brasilien-Werkes anfallen werden.[/vc_column_text][vc_row_inner][vc_column_inner width=”1/2″][vc_column_text]Insgesamt machen diese Zahlen deutlich: Die strategische Ausrichtung hin zu Industrieanwendungen bleibt richtig. Doch die Trennung vom Stahlgeschäft wird weiterhin eine teure Angelegenheit bleiben. Thyssenkrupp muss dabei aufpassen, dass man nicht wieder in bilanzielle Schwierigkeiten gerät. Die aktuellen Zahlen zeigten dabei wieder eine Zunahme der Risiken auf. So wuchsen die Nettoschulden um über 900 Mio. EUR auf 5,8 Mrd. EUR. Dadurch verschlechterte sich das  Gearing (Verhältnis Eigenkapital zu Schulden) von zuvor 175% auf 250%. Damit dürfte Thyssenkrupp gezwungen sein, bis Ende des Geschäftsjahres wesentliche Verbesserungen einzuleiten, um nicht eventuelle Kreditbedingungen zu verletzen.[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=”1/2″][vc_single_image image=”17490″ img_size=”full”][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_column_text]Fazit: Auch, wenn wir davon ausgehen, dass Thyssenkrupp in der Perspektive erfolgreich an seiner Umstrukturierung (sowohl operativ als auch im Finanzprofil) arbeiten wird, werden wir an dieser Stelle das Investmentrisiko reduzieren. Bislang hatten wir Empfehlungen für drei ausstehende Anleihen-Emissionen. Wir werden uns nun an dieser Stelle von den Anleihen mit Laufzeiten bis 2018 bzw. 2020 trennen. Die 2025er Anleihe bleibt eine Halten-Empfehlung.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]