Gibt es den nächsten Umfaller im deutschen Einzelhandel? Mehr oder weniger überraschend hat die Modekette Takko Fashion angekündigt, die Ende letzter Woche fälligen Zinszahlungen für seine beiden bis 2023 laufenden Anleihen auszusetzen. Diese Maßnahme folgt wohl extrem schwachen Geschäftszahlen im Zuge der Corona-Krise

Im letzten Geschäftsjahr, das am 31. Oktober 2019 endete, hatte der Modehändler noch einen Umsatz von rund 1,1 Mrd. EUR bei einem bereinigten Gewinn (EBITDA) von 150 Mio. EUR erwirtschaftet. Dem stand bezüglich der beiden Anleihen eine Verschuldung von 510 Mio. EUR gegenüber, was einem entsprechend angepassten Verschuldungsgrad von rund 3,3 entsprechen würde.

Grundsätzlich nicht dramatisch, angesichts der wochenlangen Schließungen von Einzelhandelsgeschäften in Deutschland kann man allerdings davon ausgehen, dass hier erhebliche Umsatz-und Gewinneinbrüche zu verzeichnen waren. Insofern ist die Aussetzung der Zinszahlung quasi eine absolute Notbremse, die allerdings Folgen haben wird. Die erste Folge ist, dass die Ratingagentur Moody´s die Anleihen nun von bislang B3 auf Caa3 herabstufte. Der Ausblick bleibt weiterhin auf negativ. Das bedeutet letztlich, dass die Kreditanalysten hier einen Zahlungsausfall für wahrscheinlich halten.

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