Den größten Bestechungsskandal in Lateinamerika – ein Betrag von 3,4 Mrd. USD wird vermutet – hat der größte Mischkonzern des Landes nicht überlebt.  Trotz aller in Sachen Schadenersatz geschlossener Vergleiche wollte die öffentliche Hand dem Baukonzern Odebrecht keine neuen Großaufträge geben. Der  Vorstand der Muttergesellschaft hatte in der vergangenen Woche Insolvenzantrag gestellt und will mit diesem Schritt nötigen Freiraum für eine Restrukturierung schaffen.

Eine Gruppe von Anleihegläubigern, die knapp 50% der ausstehenden Anleihen der nicht insolventen Finanzierungstochter Odebrecht Finance halten, stehen bereits in Gesprächen mit dem von Gramcery Funds Management geführten Gläubigeraussschuss, um Konditionen für einen Anleihetausch in Aktien und neue Anleihen auszuhandeln. Hier geht es um 3,1 Mrd. USD. Die Mutter Odebrecht S.A. sitzt auf insgesamt 13,3 Mrd. USD Schulden. Ein Neuanfang mit einem veränderten Aktionärskreis könnte die Glaubwürdigkeit wiederherstellen helfen und dem fast 100-jährigen Unternehmen einen Zugang zu Aufträg en ermöglichen. Die Papiere, die inzwischen weniger als 10% ihres Nominalwerts wert sind, sollte man vorerst weiter halten. 

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