Beim angeschlagenen französischen Einzelhandelskonzernen Casino Guichard gab es zuletzt überraschende Neuigkeiten. Denn der tschechische Milliardär und Großinvestor Daniel Kretinsky ist mit zunächst 4,6% der Anteile eingestiegen. Wenn Ihnen der Name jetzt bekannt vorkommt, liegen Sie richtig. Denn Kretinsky und sein Kompagnon Patrick Trac hatten erst kürzlich versucht, die Mehrheit am deutschen Großhändler Metro zu erlangen.

Wir hatten an dieser Stelle darüber berichtet und auch darüber, dass Kretinsky beim Übernahmeangebot vorerst gescheitert ist. Aktuell hält er über 17% an den Metro-Aktien und könnte über verschiedene Optionen auf mehr als 32% kommen. Das würde dann sicherlich ein erneutes Übernahmeangebot nach sich ziehen. Vorerst wendet er allerdings sein Blick nach Frankreich und wird dort mit offenen Armen empfangen. Denn die Lage bei Casino ist durchaus schwierig.

Im vergangenen Jahr war die Einzelhandelskette, die weltweit rund 12.000 Märkte betreibt, in die roten Zahlen gerutscht. Doch am Ende sorgte nicht das Unternehmen für besonderen Wirbel, sondern der Großaktionär Rallye, der unter Gläubigerschutz flüchten musste. Besonders pikant: Der Casino-Chef Jean-Charles Naouri ist in Personalunion auch Großaktionär bei Rallye. Der Einstieg von  Kretinsky scheint ihm dabei ein guten Ausweg zu sein, um Casino wieder flott zu machen. Denn dann würden auch die Aussichten deutlich verbessert, dass das Unternehmen spätestens im nächsten Jahr womöglich wieder seine Dividendenzahlungen an Rallye aufnehmen würde.

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