Dem amerikanischen Flugzeugbauer Boeing klebt derzeit das sprichwörtliche Pech am Stiefel. Nach dem Fiasko mit der 737 MAX sorgt eine andere Modellreihe erneut für Ärger. Dabei geht es um das Vorgängermodell 737 NG. Hier waren zuerst bei 2 Flugzeugen Risse an Tragflächen-Halterungen festgestellt worden. Nach einer Überprüfung von insgesamt 493 älteren Maschinen dieses Typs wurden bei rund 5% der Flugzeuge ähnliche Verschleißrisse festgestellt. Das zog für die betroffenen Flugzeuge natürlich Startverbote nach sich.

Dieser Vorfall hat zwei Aspekte. Einerseits zeigt sich, dass hier wohl in strukturell wichtigen Bereichen eine schnellere Abnutzung  stattfindet als bislang prognostiziert. Andererseits verliert Boeing damit ein weiteres Stück an technischer Reputation, was sich zuletzt auch in  stornierten Bestellungen für seinen Verkaufsschlager Dreamliner niederschlug.

Und als ob das noch nicht genug wäre, könnte in wenigen Wochen der nächste Rückschlag drohen. Denn dann wird die WTO  entscheiden, ob es ungerechtfertigte Subventionen für den US-Flugzeugbauer gab und ob die EU deswegen Strafzölle verhängen darf. Vor  kurzem hatte die WTO in gleicher Frage gegen den europäischen Flugzeugbauer Airbus geurteilt und Strafzölle in Höhe von bis zu 100% als  gerechtfertigt angesehen. Dass die USA zwar prompt Strafzölle erließ, diese aber mit 10% sehr moderat ansetzte, dürfte wohl daran gelegen haben, das man einerseits Airbus als inzwischen großen Arbeitgeber in Amerika nicht wesentlich schädigen wollte, anderseits aber der  EU auch keine Steilvorlage geben wollte, um nun ihrerseits Boeing hoch zu bezollen. 

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