Die nun beginnende heiße Phase der Berichtssaison zum abgelaufenen dritten Quartal stellt natürlich wieder einmal als erstes die Banken in den Mittelpunkt. Allerdings könnte hier schnell ein anderes Thema dominieren. Denn aus der Schweiz kommen wieder einmal, sagen wir es mal so, herausfordernde Nachrichten. So hat der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht, der auch das gleichnamige Regelwerk überwacht, eine aktuelle Zwischenbilanz gezogen über die Kapitalausstattung von insgesamt 105 globalen  Kreditinstituten. Das auf den ersten Blick durchaus mit einem positiven Grundtenor.

Denn insgesamt haben diese Banken bis Ende letzten Jahres ihre Kapitalreserven auf rund 3,72 Bio. EUR erhöht und damit in nur  siebeneinhalb Jahren durchschnittlich verdoppelt. Die aktuelle harte Kernkapitalquote liegt bei durchschnittlich 12,7%, ein Plus von  durchschnittlich sechs Prozentpunkten gegenüber 2011. Dabei verlangt das aktuelle Regelwerk Basel III ein hartes Kernkapital von 7% (8,5% inklusive ergänzenden Kernkapital und 10,5% Gesamtkapital). Also alles in Ordnung? Mitnichten!

Denn schon steht eine weitere Verschärfung der Kapitalregeln auf dem Programm, das sogenannte Basel IV. Das bedeutet konkret, dass derzeit  eine Finanzierungslücke von weltweit 23,5 Mrd. EUR errechnet wird. Das klingt, bezogen auf die globale Bankbranche, nach nicht viel.  Entscheidend aus unserer Sicht ist allerdings, wer hier am stärksten draufsatteln muss. Und da trifft es erneut die deutschen Großbanken. So  wird hier ein Anteil von rund 14 Mrd. EUR durch insgesamt sieben deutsche Großbanken (die privaten plus Genossenschaft- und  Sparkassenzentralen) errechnet. Kleinere Institute sollen davon nicht betroffen sein.

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