Mit großem Tamtam ist zum Monatsbeginn die deutsche EU-Ratspräsidentschaft gestartet. In den  kommenden 6 Monaten hat die Bundesregierung, insbesondere natürlich auch Frau Merkel, mehr Möglichkeiten, Themen und Initiativen zu setzen und aktuelle Projekte voranzutreiben. Entsprechend spannend dürfte es werden, welche Agenda sich Merkel & Co. setzen. Erst Umrisse werden dabei schon deutlich.

So will Berlin ein neues Kapitel in der Finanzmarktregulierung aufmachen. Das Stichwort dazu lautet digitale Finanzmarktunion. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung bei Finanzdienstleistungen sicher keine schlechte Idee. Fraglich bleibt nur, ob ein komplett neues Regulierungswerk ausgerechnet jetzt nötig ist, wo nicht nur die Folgen der CoronaKrise bewältigt werden müssen, die erheblich am Ruf der EU/Euro-Zone bei der Bevölkerung gekratzt haben. Außerdem wäre da ja noch der Brexit, für den sich Frau Merkel derzeit eher pessimistisch zeigt und schon mal auf einen „harten Brexit“, was immer das dann heißen soll, einstimmt.

In dieser Situation kommt dann eine Meldung, die Finanzdienstleistern und Marktteilnehmern in Europa schon zu denken geben sollte. Denn die Briten und die Schweizer rücken offenbar mit Blick auf den Brexit im Eiltempo zusammen, zumindest was die beiden Kapitalmärkte betrifft. Noch ist London hinter New York der wichtigste Finanzplatz der Welt, droht aber im Zuge des Brexit erhebliche Einbußen zu haben. Da ist es natürlich sinnvoll, sich in Europa den Partner zu suchen, der mit seinen Marktplätzen ebenfalls vordere Platzierungen in den jeweiligen Rankings hat, nicht in der Euro-Zone ist und auch gegenüber der EU (Stichwort Börsenäquivalenz) noch einige Rechnungen offen hat.

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