Mit einiger Spannung war die erste EZB-Sitzung unter Führung von Madame Lagarde erwartet worden. Aber richtig Substantielles kam dabei nicht heraus. Dass hier keine aktuellen geldpolitischen Maßnahmen zu erwarten waren, war klar. Allerdings hatte man dann doch etwas mehr „Butter bei die Fische“ für die schon groß angekündigte Strategieüberprüfung der EZB-Politik gewünscht. Doch die EZB-Chefin beließ es einerseits nur beim Hinweis, dass man mit der Überprüfung im Januar beginnen und vor Ende 2020 fertig sein wolle.  Ansonsten lieferte sie ein Sammelsurium von möglichen Projekten, was noch reichlich Konfliktstoff bieten dürfte.

Ganz oben auf die Agenda hat Lagarde dabei die Frage gestellt, wie die EZB auf den „Klimawandel“ reagieren sollte. Die Steilvorlage lieferte  die neue EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen mit ihrem „Green Deal“. Ob es Aufgabe der EZB sein kann, Geldpolitik unter  ökologischen Gesichtspunkten zu betreiben, dürfte noch für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Genauso die Idee eines digitalen Zentralbankgeldes. Da wurde die Anpassung der Wachstumsprojektionen für die kommenden Jahre fast schon nebensächlich. Eins wird nun aber schon klarer: Die  EZB dürfte deutlich zeitgeistiger werden. Ob das zu begrüßen ist, bleibt dahingestellt.

Von politischer Seite her könnte es Rückenwind für die Märkte geben. Was auf den ersten Blick sicherlich wundert, denn:

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