Die deutsche Politik gleicht derzeit einem Tollhaus. Alles außer links ist „Nazi“, die Bundeskanzlerin scheint eher  verbrannte Erde hinterlassen zu wollen und die CDU als die dominierende Partei der letzten 50 Jahre ist im Selbstzerfleischungs-Modus. Wir wollen an dieser Stelle nicht über das Für und Wider sprechen, dass eine immer wahrscheinlicher  werdende Dunkelrot-rot-grüne Bundesregierung (oder in abgeschwächter Form Grün mit CDU-Juniorpartner) für die  deutsche Wirtschaft bedeuten würde. Da hat wohl jeder so seine parteipolitischen und ideologischen Präferenzen.  Weitaus wichtiger ist der Eindruck, den Deutschland derzeit im Ausland hinterlässt.

Und da geht es eigentlich nur sekundär um die europäischen und außereuropäischen Partner und Konkurrenten. Von unserer  Warte wichtiger ist der Eindruck, der bei den globalen Investoren hinterlassen wird. Denn diese haben, die entsprechenden  Statistiken liegen ja vor, insbesondere den Leitindex DAX fest im Griff. Die Anleger haben in den letzten Jahrzehnten ja immer  wider gezeigt, dass sie durchaus mit politischen Machtverhältnissen jeglicher Couleur umgehen können. Was aktuell so  gefährlich ist: die Unsicherheit. Denn das treibt die  Risikowahrnehmung zusätzlich hoch (zusätzlich zur allgemeinen  ökonomischen Schwäche und auch Ziellosigkeit – Stichwort Energiewende). Mit neuen Rekorden im DAX hinterlässt die  Unsicherheit zwar noch keine Spuren. Aber beobachtet werden muss das Ganze dennoch. Denn wenn sich die Anleger erst  einmal im großen Stil zurückziehen, knallt es richtig im deuchen Markt.

An anderer Stelle mehren sich ebenfalls die Fragezeichen. Was wird denn eigentlich mit den chinesischen Versprechen im Zuge des „Phase-1-Abkommens“ mit den USA? Zur Erinnerung: China hatte erst vor wenigen Wochen zugesagt, dass man in  diesem und nächsten Jahr insgesamt amerikanische Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von mindestens 200 Mrd. USD  zusätzlich ins Land lassen würde. US-Präsident Donald Trump konnte da zu Recht einen Haken hinter seine Agenda machen und  signalisierte, dass zumindest bis nach der Präsidentschaftswahl Ruhe sein könnte.

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