[vc_row][vc_column][vc_column_text]Der eskalierende Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China wird immer mehr nach dem Prinzip „Auge um Auge“ geführt. Nachdem inzwischen faktisch alle chinesischen Waren, die nach Amerika exportiert werden, mit Strafzöllen belegt sind, verbreitert sich der Konflikt inzwischen auch in anderen Themengebieten.[/vc_column_text][vc_column_text]Dabei kann man den Furor, den US-Präsident Donald Trump an den Tag legt, durchaus nachvollziehen. Denn nach letztlich monatelangen erfolglosen Verhandlungen musste der Präsident, um glaubwürdig zu bleiben, die sprichwörtlichen Daumenschrauben weiter anziehen. Allerdings hat er sich mit dem Technologiesektor (gleich dazu mehr) nun ein Gebiet ausgesucht, dass nicht nur heikel, sondern auch zum Bumerang für die amerikanische Wirtschaft werden könnte.[/vc_column_text][vc_column_text]Die Chinesen ihrerseits müssen sich nun entscheiden. Kehren sie an den Verhandlungstisch zurück und machen sie die geforderten Handelszugeständnisse oder sorgen sie ihrerseits für eine Eskalation? Bei diesem Thema wird derzeit im Markt auch darüber diskutiert, ob das Reich der Mitte die „Nuklear-Option“ zieht. Klingt kriegerisch, bezieht sich allerdings tatsächlich nicht auf Atomwaffen, sondern auf die US-Staatsanleihen.[/vc_column_text][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_column_text]Obwohl China insbesondere ab 2016 seine Positionen in amerikanischen Staatsanleihen massiv abgebaut hatte, ist das Land immer noch größter Einzelgläubiger mit einem Anteil von rund 17,7% im Kreis der staatlichen Gläubiger. Das muss allerdings gleich etwas relativiert werden. Denn die geschätzten aktuell rund 1,12 Bio. USD, die von China gehalten werden (Japan als zweitgrößter mit 1,078 Bio. USD), entsprechen im Gesamtmarkt nur rund 5% der ausstehenden USTreasuries.[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_single_image image=“31951″ img_size=“full“][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_column_text]Dennoch: Nicht wenige Marktteilnehmer fürchten, dass China durch den Entschluss, sich im großen Stil von US-Staatsanleihen zu trennen, den Treasury- Markt gehörig durcheinanderwirbeln könnte und dafür sorgen würde, dass die Renditen und damit die Finanzierungskosten des hoch verschuldeten US- Staates nach oben schießen würden. Am Ende, so die Wahrscheinlichkeitsrechnung für einen Worst Case, könnte es hier zu einer faktischen Zahlungsunfähigkeit Amerikas kommen.[/vc_column_text][vc_column_text]Indes: Die Gedankenspiele über diese „nukleare Option“ dürften wohl eher in die Irre führen. Denn in solch einem Fall würde sich China selbst wohl mehr schädigen als die USA. Denn natürlich würden massive Käufe, so sie erkennbar werden, sehr schnell die Kurse purzeln lassen und damit die Anlagewerte der verbleibenden chinesischen Positionen ebenfalls in Mitleidenschaft ziehen.[/vc_column_text][vc_column_text]China müsste also fast schon selbstzerstörerisch sein, um seinen eigenen Devisenreserven deutliche Verluste zu bescheren. Ganz abgesehen davon, dass die gehaltenen US-Treasuries die liquidesten und am besten verzinsten Staatspapiere im Investmentgrade-Bereich sind und gleichzeitig die wichtige Funktion ausüben, den Wertdes Yuan zu untermauern. Denn nach wie vor bleibt der US-Dollar die Weltreservewährung und jede nationale Währung wird im Markt nur als so stabil respektive sicher angesehen, wie sie letztlich auch durch Dollar-Holdings in den Devisenreserven unterfüttert wird.[/vc_column_text][vc_column_text]Dass unseres Erachtens nach China auf die „nukleare Option“ verzichten wird, liegt auch daran, dass es weitaus bessere Alternativen gibt, um den USA Paroli zu bieten und letztlich auch Schaden zuzufügen. Aus unserer Sicht, und in den letzten Tagen zunehmend auch anderer, könnte China einen tatsächlichen Wirkungstreffer eigentlich nur auf einem Gebiet erzielen: Den seltenen Erden.[/vc_column_text][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_column_text]Auch wenn der Name hinsichtlich des tatsächlichen Vorkommens in der Erdkruste etwas irreführend ist (denn so selten sind die meisten Metalle dieser Art nicht), so gilt: Sie bilden eine der wichtigsten Rohstoffgrundlage für heutige Technologien. Ohne sie wären heutzutage weder Smartphones und andere Mobilgeräte, noch Plasma/LCDBildschirme und auch Elektromotoren und Batterien denkbar. Auch wenn die nebenstehende Grafik schon etwas älter ist, so wird deutlich: Der überwiegende Abbau seltener Erden (und auch Vorkommen) findet in China statt. Vorliegende Zahlen von vor wenigen Jahren haben die entsprechenden Anteile sogar auf 97% hoch geschraubt.[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_single_image image=“31943″ img_size=“full“][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_column_text]Will heißen: Ohne die chinesischen Seltenen-Erden-Vorkommen würde es letztlich auch keine US-Hightech in der heutigen Form geben. Das wäre aus Sicht von China die tatsächliche „nukleare Option“. Zwar gäbe es theoretisch technologische Alternativen. Diese allerdings zu einer Massentauglichkeit zu bringen, würde Jahre dauern.[/vc_column_text][vc_column_text]Letztlich ist es so oder so der Zeitfaktor, der die weitere Entwicklung im Handelskrieg wohl bestimmen wird. Die Ausrufung eines neuen „langen Marsches“ durch den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping zeigt in die Richtung, dass China letztlich daraufhin arbeiten wird, technologisch autark zu werden. Allerdings wird das Jahre, vielleicht auch Jahrzehnte in Anspruch nehmen, sodass in der aktuellen Situation weiterhin beide Seiten daran interessiert sein sollten, zu deeskalieren. Ob und wie schnell das passiert, bleibt allerdings weiter abzuwarten.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]
Der eskalierende Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China
Von © ICM Concept GmbH|2019-05-24T11:19:49+02:0023.05.2019|Kategorien: Allgemein|Kommentare deaktiviert für Der eskalierende Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China
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