Die Nachricht des Tages kam heute vom Internet-Giganten Facebook und dürfte den ganzen IT-Sektor heute unter Druck bringen. Schwache Quartalszahlen und ein trüber Ausblick kosteten der Facebook-Aktie knapp 25%. Die Folgen des Datenskandals und die verschärften Datenschutzbestimmungen in der EU beutelten das weltweit größte soziale Netzwerk in besonderem Ausmaß. Der Konzern hatte Investoren mit Umsatz und Nutzerwachstum auf  ganzer Linie enttäuscht.

Beide Kennzahlen blieben unter den Erwartungen von Analysten. Der Umsatz stieg zwar um 42% auf 13,23 Mrd. USD. Analysten hatten mit 13,36 Mrd. USD gerechnet. Auch beim Nutzerwachstum blieb Facebook hinter den Erwartungen zurück: Die Zahl stieg auf 2,23 Mrd. Erwartet waren 2,25 Mrd.

CFO David Wehner machte den Anlegern wenig Hoffnung auf Besserung. Die Wachstumsraten beim Umsatz würden sich im zweiten Halbjahr weiter verlangsamen. Im dritten und vierten Quartal dürfte das Umsatzwachstum im oberen einstelligen Prozent-Bereich gegenüber den Vorquartalen sogar sinken. Für die operative Marge prognostizierte er um die 30% gegenüber 44% aktuell. Bei den Kosten erwartet das Unternehmen aber einen Sprung von 50 bis 60% im Vergleich zum vergangenen Jahr, weil Facebook mehr in Datensicherheit, Marketing und Inhalte investieren will. Damit wird das Ergebnis von zwei Seiten in die Zange genommen. Das muss unweigerlich zu einer Neubewertung der Aktie führen. Social Media ist offensichtlich kein „Must have“ fürs Depot mehr.

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