Es war wieder einmal der amerikanische Präsident, der mit der Ankündigung einer weiteren Erhebung von Einfuhrzöllen dem ohnehin orientierungslosen Marktgeschehen an den Weltbörsen die Richtung vorgab. Und China setzte mit einer – wenn auch nur leichten – Abwertung des Yuan gegenüber dem Dollar in den vergangenen Tagen noch eins drauf.

Mit dem Wechselkurs hat China eines der wichtigsten Instrumente, mit denen die chinesische Regierung auf den  zunehmenden Druck der USA reagieren kann, ins Spiel gebracht. Insbesondere in einer Zeit, in der sich die Wirtschaft  verlangsamt und die Machtkonzentration, die die Regierung unter Xi Jinping eingeleitet hat, innerhalb und außerhalb Chinas  sowie in Hongkong in Frage gestellt wird. Der Schuss könnte allerdings nach hinten losgehen, da die  Situation auch Instabilität bringen und die Kapitalflucht beschleunigen kann, während China von einer Leistungsbilanzüberschusswirtschaft zu einer Wirtschaft mit Defiziten übergegangen ist.

Nach den Erfahrungen vom Sommer 2015, als ein ähnlicher Schritt verheerende Auswirkungen auf die  chinesischen Märkte hatte und zu massiver Kapitalflucht führte, haben die Behörden die  Daumenschrauben mit verschiedenen Kontrollen und administrativen Barrieren angezogen, um solche  Ereignisse zu verhindern. Dabei sind die Tagesordnungen in Washington DC und Peking von innenpolitischen  Überlegungen und nationalistischen Impulsen bestimmt, um Unterstützung zu gewinnen und die eigene Macht zu festigen.  Auf chinesischer Seite wird seit längerem versucht, mit geld- und fiskalpolitischen Maßnahmenpaketen die wirtschaftlichen  Auswirkungen des Zollstreits zu lindern. Nun zeigt eine Reihe von Indikatoren, dass der Tiefpunkt in der konjunkturellen  Abwärtsentwicklung bald hinter uns liegt. Doch ohne weitere Verwerfungen dürfte es nicht bleiben.  

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