Vor den Gesprächen zwischen den USA und China über deren Handelsstreitigkeiten sowie dem Start der internationalen Notenbankkonferenz hatte der S&P 500 am Dienstag an seinem Allzeithoch vom Januar mit 2.873 Punkten gekratzt. Achtung: Der Index ist preisgewichtet. Anders als beim DAX summieren sich dort nicht auch noch die bezahlten Dividenden auf. Dass der Index seinen Kollegen Dow Jones ebenso wie den DAX abgehängt hat, ist auf Indexschwergewichte wie Apple und Amazon zurückzuführen, die als Gewinner der Digitalisierung als Favoriten der Anleger gelten. Den DAX bremsten zuletzt vor allem die Autotitel und Autozulieferer aus. Aber auch im Dow Jones findet sich eine Reihe von Industriewerten wie z. B. der Flugzeughersteller Boeing oder der Baumaschinenproduzent Caterpillar, denen es bislang an Dynamik fehlte.

Die gute US-Konjunktur und die gesenkten Unternehmenssteuern lenken die Kapitalströme vermehrt in die USA. Da hatten zuletzt der Türkei-Showdown und die ständigen Drohungen von US-Präsident Trump keine größeren negativen Auswirkungen auf die Indizes. Zinsen und Inflationsentwicklung können aber in den nächsten Monaten wieder mehr zum Zünglein an der Waage werden, wenn es um weiter steigende Aktienkurse geht.

Im DAX wurde in dieser Woche ein weiterer Star vom Sockel geholt. Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental kappte seine  Prognose für das laufende Jahr. Geringere Umsatzerwartungen, höhere Kosten sowie Gewährleistungsfälle hätten im dritten Quartal belastet und dürften auch im vierten Quartal noch wirken. 46 statt 47 Mrd. Euro Umsatz, das operative Ergebnis wird mit 9% des  Umsatzes nur noch einstellig.

Zurückzuführen war die Korrektur auf die neuen Abgasprüfverfahren, die auch den Automobilproduzenten VW vor große Probleme stellen. JP Morgan hält weiterhin am zugegebenermaßen etwas weit entfernten Kursziel von 240 EUR fest. Das 2019er KGV dürfte aktuell bereits unter 10 liegen.

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