An den Aktienmärkten kam es noch zum Wochenanfang zu weiteren Ausverkäufen, die den Verlust im DAX-Kursindex (ohne Dividenden) stellvertretend für die anderen Indizes auf unglaubliche 25% hochtrieben. Das hatten wir zuletzt 2015/16, wo sich kurzfristig wegen des Ölpreisabsturzes auf zeitweise unter 30 USD eine rezessive Phase anschloss. Zu sehr belastete die nun ausgefallene Brexit-Abstimmung im englischen Parlament. Nun kommt allerdings nicht nur im Vereinigten Königreich neue Bewegung, auch Italien und die EU nähern sich im Budgetstreit an, sodass die Rendite der zehnjährigen Treasuries erstmals seit mehreren Monaten wieder unter die Marke von 3% fielen.

Obendrein äußerte sich US-Präsident Trump zuversichtlich, dass es zu einer Einigung im Handelsstreit mit China kommen kann. Heute  Morgen kam aus China die Meldung, dass man mehr Sojabohnen in den USA kaufen wolle. Man wird sehen, ob Trump im Gegenzug von  weiteren Zöllen auf chinesische Elektronikartikel ablässt. Die mit der Verhaftung des CFO des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei eingetretene Eskalation in den Beziehungen konnte mit der Freilassung auf Kaution durch die kanadischen Behörden abgemildert werden.

Den Kursen gab das jedenfalls entsprechend Unterstützung. Außerdem konnte die OPEC Förderkürzungen von 1,2 Mrd. Barrel pro  Tag durchsetzen. In Kombination mit den beschlossenen Stilllegungen der kanadischen Ölsandproduktion von 300 Mio. Barrel pro Tag dürften  ab dem ersten Quartal die Zeichen wieder auf einen steigenden Ölpreis umschwenken.

Ölwerte, die den Absturz des Ölpreises nachvollzogen haben, bleiben daher erneut übergewichtet. Das größte Problem für die weltweiten Aktienmärkte sind die extrem negativen Einschätzungen der Einkaufsmanager, die mit 47% inzwischen wieder auf den Tiefs des  Jahres 2015 gelandet sind, gleichbedeutend mit einer kontraktiven wirtschaftlichen Entwicklung. Wir können uns zwar eine Verlangsamung  vorstellen, erwarten aber bis auf Japan bei den Unternehmen weiter steigende Gewinne pro Aktie – wenn auch vor allem im Fall der USA in weiter abnehmendem Tempo.

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