Der Markt für Hybrid-Anleihen dürfte 2018 insgesamt wieder eine starke Vorstellung abliefern. Nach den bisherigen Zwischenständen reicht das Volumen zwar noch nicht an die Spitzenjahre 2013-2015 heran, könnte sich aber deutlich von den beiden Vorgängerjahren absetzen. Dies hat aus unserer Sicht zwei wesentliche Gründe. Beide haben mit der erwarteten Zinsentwicklung zu tun.

2013 war für Hybrid-Anleihen ein erstes Rekordjahr zu verzeichnen. Dies resultierte aus den damaligen ersten Anzeichen für eine Zins-Trendwende in den USA. Damals ging man auch noch davon aus, dass Europa relativ zügig folgen könnte. Dies war allerdings nicht der Fall, sodass speziell in diesem Jahr deutlich höhere Aktivitäten im Primärmarkt damit zu erklären sind, dass viele in 2013 gegebene Anleihen inzwischen ihr erstes Call-Datum erreicht haben und zu deutlich günstigeren Zinsen als damals refinanziert werden können. Der zweite Grund für die höheren Aktivitäten liegt nun speziell auch im Ausblick der Euro-Geldpolitik. Denn auch Neu-Emittenten wissen, dass die Niedrigzinspolitik der EZB inzwischen ein Verfallsdatum hat und wollen sich entsprechend die aktuellen Konditionen sichern.

Solch ein aktives Emissionsgeschäft setzt natürlich voraus, dass der fundamentale Rahmen intakt bleibt. Zwar hatten zuletzt die angepassten EZB-Projektionen für die Eurozone aufgezeigt, dass mit einem leicht schwächeren Wachstumstempo zu rechnen ist. Doch die Kreditsituation bei den meisten Unternehmen bleibt weiterhin solide. Hinsichtlich der Wachstumsprognosen ist dabei auch wichtig, dass letztlich zwar weiterhin Unsicherheiten darüber herrschen, wie sich die jüngste US-Zollpolitik auf das globale Wachstum auswirken wird. Doch aktuell scheint dieses Thema beherrschbar zu sein.

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