Wir wollen nicht sagen „Wir haben es ja gesagt“. Aber… Überraschend hat sich der EZB-Rat am Mittwoch zu einer Krisensitzung getroffen. Ein Umstand, der zeigt, dass die EZB durch ihr langes Zögern mit Blick auf die Inflation nun in eine Lage kommen könnte, wo sie vom Gestalter des geldpolitischen Rahmens in der Eurozone zum Getriebenen der Märkte werden könnte. Wobei das Ganze natürlich schon seit Wochen eine Schieflage mit Ansage war.

Das Problem dabei: Nun, wo die EZB nach langem Drängen in der vergangenen Woche den Einstieg in die Zinswende in der Eurozone verkündete, schießen die Renditen für Staatsanleihen insbesondere bei den hochverschuldeten Südländern nach oben. Wie Sie sich vielleicht erinnern, hatten wir vor fast genau vier Wochen in Ausgabe 19/22 bereits gezeigt, wie die Spreads der besonders hochverschuldeten Euro-Länder wie Italien und Griechenland in den vergangenen Monaten zum europäischen Durchschnitt zulegten.

Inzwischen ist es eine weitere Stufe nach oben gegangen. So kratzt beispielsweise der Spread von Italiens Zehnjährigen zu Europa an der Marke von 240 Basispunkten. Bei Griechenland sind es inzwischen über 260 Basispunkte und Spanien musste ebenfalls in den letzten Monaten eine kräftige Ausweitung der Spreads hinnehmen wie natürlich auch Portugal. Besonders sticht hierbei wieder Italien hervor, wo die Zehnjährigen inzwischen die Marke von 4% Rendite überstiegen haben.

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