Es hätte eigentlich ein klassisches Non-Event werden können. Denn vor dem Treffen des Offenmarktausschusses der  US-Notenbank am zurückliegenden Mittwoch schien alles soweit gesagt und geplant. Schon im Dezember  hatte die Fed dem  Markt erklärt, dass sie für einen längeren Zeitraum die Zinsen stabil zu halten gedenkt. Das wurde  auch in dieser Woche  bestätigt. Aber:

Die Fed ist natürlich auch dafür bekannt, dass sie mit gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen  sehr pragmatisch und vor  allem  schnell umzugehen vermag. Die  immer wieder abgesetzten Tweets von  Präsident Trump, der gern noch tiefere  Zinsen  sehen würde, sind dabei nicht  unbedingt hilfreich, fordern sie doch  den einen oder anderen Währungshüter womöglich zu einer  unnötigen Blockadehaltung auf, nur um die eigenen  Unabhängigkeit zu bestätigen. Dennoch:

Die US-Notenbank hat immer wieder ihre Flexibilität bewiesen und das fordert nun unter den derzeitigen globalen Rahmenbedingungen natürlich neue Zinsspekulationen heraus. Zumal auch am Markt wieder einiges passiert ist. Denn die  Unsicherheiten mit blick auf die Coronavirus-Pandemie und den daraus resultierenden volkswirtschaftlichen Schäden nicht nur in China, sondern durch mögliche und bereits tatsächliche Unterbrechungen von Handels- und  Produktionsketten  könnten auch die Prognosen für das US-Wirtschaftswachstum in Frage stellen.  Deutlichstes Indiz dieser  neu aufkommenden Ängste einer Rezession bzw. zumindest einer wesentlichen Konjunkturdelle ist, dass erneut bei den  Renditen der  US-Staatsanleihen eine inverse Zinsstruktur erscheint, diesmal im Vergleich von  3-monatigen Notes und 10- jährigen Treasuries. 

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