Heute hat die Aussage, man hätte so etwas an den Börsen noch nie erlebt, eine besondere Qualität. Denn mit der  einzigen Ausnahme des 19. Oktober 1987 stimmt das. Und 1987 war ein Versehen, denn hier hatte die Börsenaufsicht  Handelsunterbrechungen noch nicht vorgesehen und sie kurz danach eingeführt. Mit einem durchschnittlichen Minus von einem Drittel beendete der Donnerstag eine Strecke von vierzehn negativen Handelstagen, die ihresgleichen suchen. Allein zwei Börsentage  mit Limit-Downs mit Handelsaussetzungen gab es in der laufenden Woche.

Kurz: Jeder Stabilisierungsversuch wurde abverkauft. Heute, am Freitag, den 13., könnte das Desaster sein Ende finden. Nachdem  der S&P 500 ein weiteres Mal nach Börsenschluss in USA in der Spitze 5% verloren hatte, drehte das Geschehen. Es ging wieder  zurück über die Schlusskurse des Vortags und es deutet vieles darauf hin, dass hier erst einmal der Schlusspunkt gesetzt wurde.  Interessanterweise drehte das Geschehen in etwa auf der Langfrist-Trendlinie, wenn man den S&P 500 heranzieht.

Wie kam es dazu? Der Essayist Nicholas Nassim Taleb prägte nach der Finanzkrise den Begriff „schwarzer Schwan“ für das Eintreten  statistisch äußerst unwahrscheinlicher Ereignisse. Und gleich zwei ereigneten sich in den vergangenen Wochen:  Konjunkturstopper COVID-19 und der Absturz des Ölpreises um satte 40%. Während eine Pandemie uneingeschränkt als Negativum  aufgefasst wird, könnte man meinen, dass ein Ölpreis bei etwas mehr als 30 USD erst einmal für die Mehrheit der Volkswirtschaften –  nämlich die, die Nettoölimporteur sind – ein Positivum sein müsste.

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