Die UniCredit SpA teilte am späten Dienstag mit, dass sie diese Woche die erste Tranche ihres Aktienrückkaufs starten wird. Die Aktie gewann daraufhin fast 10% und konnte den Abwärtstrend seit Ende März 2022 nachhaltig verlassen. UniCredit hatte mehr als 40% ihres Wertes verloren, nachdem sie Anfang Februar kurz vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine noch ein Vierjahreshoch bei 15,90 EUR erreicht hatte. Im Vergleich dazu fiel der europäische Bankenindex nur um ca. 24%.

Der italienische Kreditgeber wird jetzt Aktien im Wert von bis zu 1,58 Mrd. EUR zurückkaufen, was etwa 9,84% der ausstehenden Aktien entspricht. Die im Rahmen dieser Operation erworbenen Aktien werden von UniCredit eingezogen und man erwartet diesen Rückkauf bis voraussichtlich Ende Juli abgeschlossen zu haben. Eine zweite Tranche des Rückkaufs im Wert von weiteren 1 Mrd. EUR hängt von den Ergebnissen der UniCredit in Russland ab, wie die Bank letzte Woche bei der Veröffentlichung der Ergebnisse des ersten Quartals mitteilte.

Nun befindet sich die italienische Bank wohl im Frühstadium von Gesprächen über den Verkauf ihrer russischen Einheit an Finanzinstitute sowie an nicht-sanktionierte Firmen, die eine Banklizenz innerhalb Russlands anstreben. Abgesehen von einem möglichen Verkauf erwägt UniCredit auch andere Optionen, um seine Division in Russland loszuwerden. CEO Andrea Orcel prüfe laut Bloomberg, wie der Wert einer Transaktion gesteigert werden kann, ohne die Kapitalpuffer weiter zu beschädigen. Im ersten Quartal wurde UniCredit mit fast 2 Mrd. EUR für sein Russlandgeschäft belastet und hatte erst letzte Woche Rückstellungen in Höhe von 1,3 Mrd. EUR zur Deckung der Verluste aus Russland gebildet.

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