Dass die Zahlen zum letzten Geschäftsjahr (per Ende September) beim Reiseveranstalter TUI  schlecht ausfallen werden, hatte wohl jeder am Markt erwartet. Wenn man dann die Zahlen schwarz auf weiß  präsentiert bekommt, kann einen aber dann doch das Ausmaß der Krise erschrecken.

So stand am Ende ein Verlust von mehr als 3,1 Mrd. EUR in den Büchern. Im Vorjahreszeitraum hatte man diesbezüglich noch ein Gewinn von 416 Mio. EUR erwirtschaften können. Der Umsatz wurde von zuvor 18,9 Mrd. EUR auf nur noch 7,9 Mrd. EUR geradezu runtergeprügelt. Doch damit nicht genug der negativen Zahlen. Zwar verfügte das Unternehmen nach eigenen Angaben per Ende November über Finanzmittel von rund 2,5 Mrd. EUR. Allerdings verbrannte man zuletzt 700 Mio. EUR jeden Monat. Damit ist auch begründet, warum TUI gerade erst ein drittes Rettungspaket beantragt und bekommen hat.

Doch sowohl Aktionäre als auch Gläubiger kann das am Ende nicht freuen. Denn einerseits wird sehr wahrscheinlich  dann auch der Staat am Aktionärstisch Platz nehmen. Andererseits sind die Nettoschulden auf 4,56 Mrd. EUR explodiert. Im Vorjahr lag dieser Wert nur unter 1 Mrd. EUR. An dieser Stelle muss man es wahrscheinlich aber dann doch noch einmal sagen: Diese absolut miese Bilanz hat nicht TUI zu verschulden, sondern geht voll auf das Konto der Politik mit ihren in vielerlei Hinsicht untauglichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

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