Die russische Zentralbank (CBR) plant für sogenannte systemrelevante Banken (SIB – Systemically  Important Banks) zusätzliche  Kapitalrückstellungen, um Kreditrisiken besser abzusichern. Diese Kapitalrückstellungen sind Bestandteil eines  ganzen Maßnahmenpakets, das unter anderem auch eine zusätzliche Kappung bei den jeweils größten Kreditengagements  vorsieht, um das Adress-Ausfallrisiko zu minimieren. Außerdem sollen alle systemrelevanten Banken ein  Risikobewertungssystem installieren.

Damit will die Zentralbank offenbar angesichts der wieder etwas unruhiger werdenden Zeiten  das bisherige starke  Kreditwachstum bei den russischen Banken stärker absichern, um hier  im Falle einer Konjunkturschwäche/Rezession nicht  wieder eine Bankenkrise zu riskieren. Im  besonderen Fokus dabei stehen natürlich die beiden größten Banken Sberbank und  VTB. Erstere hatte per drittes Quartal 2019 einen Marktanteil von 32%, gemessen an den Vermögenswerten, die VTB kam auf  17%.  Gleichzeitig kam die Sberbank bei den Kundeneinlagen (Retail) auf einen Marktanteil von 44%, die VTB auf  15%.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte die russische Zentralbank die geforderten Kapitalrückstellungen auf Basis risikogewichteter Assets angehoben. Für dieses Jahr liegen diese Rückstellungen bei 1%. Doch die Zentralbank will darüber  hinausgehen und peilt eine Bandbreite zwischen 1% und 3,5% an. Welcher Prozentsatz hier für die einzelne Bank angesetzt wird,  soll entsprechend nach den Kundeneinlagen und den Gesamt-Assets ermittelt werden. Es ist davon auszugehen, dass Sberbank  und VTB wohl die höchsten Prozentsätze aufgebrummt bekommen. Allerdings wohl nicht sofort, sondern die Zentralbank plant  die entsprechende Einführung über einen Zeitraum der nächsten fünf Jahre.

Dieser Inhalt ist nur für ICM Premium Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren