Minibonds bleiben spekulative Beimischung

//Minibonds bleiben spekulative Beimischung

Minibonds bleiben spekulative Beimischung

Regelmäßige Leser des Alpha Strategie wissen: Der Markt für Mittelstandsanleihen war für uns in diesem Jahr
faktisch kein Thema, was wir ausführlich schon 2015/2016 diskutiert haben. Denn es war abzusehen, dass zahlreiche Emittenten entweder die Rückzahlung verpassen oder nur schwierige Refinanzierungen umsetzen können. In der bisherigen Bilanz des Jahres hat sich dies entsprechend gezeigt.

So kamen im diesem Jahr bislang acht Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 830 Mio. EUR unter die Räder. Letzter prominenter Fall dabei sicherlich Beate Uhse, die erst vor wenigen Tagen das Scheitern der Umschuldung der ausstehenden Mittelstandsanleihe bekannt geben musste und entsprechend nun Insolvenz anmeldete. Immerhin: Gegenüber 2016 war die diesjährige Bilanz bei den Minibonds nicht ganz so dunkel gefärbt, zumindest was die Anzahl der Ausfälle anging. Jedoch kommt man nicht an dem Befund vorbei, dass vom Volumen her 2017 faktisch genauso schlecht lief wie das Vorjahr, was insbesondere auch an den großen Ausfällen von Air Berlin und Rickmers lag.

Folgt man den derzeitigen Markterwartungen, könnte 2018 zum Jahr der Bodenbildung im Minibonds-Markt werden. Das gilt im Übrigen nicht nur für die erwarteten Ausfallraten, sondern auch für die Emissionstätigkeit. Zwar rechnen Marktbeobachter damit, dass es nach 20 Emissionen in diesem Jahr im kommenden Jahr nur 15 Platzierungen in diesem Markt geben könnte. Jedoch gibt es auch die Einschätzung, dass die folgenden Platzierungen professioneller werden und die Emittenten stabiler. Was allerdings nicht an dem Umstand vorbeiführt, dass schon seit geraumer Zeit die Emittenten, die es sich leisten können, eher den deutlich belebten Schuldscheinmarkt für Fremdfinanzierungen nutzen.

Zum Jahresende hin also ein durchwachsenes Fazit zum Mittelstandsmarkt: Einerseits gibt es durchaus Anzeichen dafür, dass sich dieses Segment auf niedrigem Niveau stabilisiert. Andererseits ist fraglich, inwieweit es in den kommenden Jahren wieder zu einem Aufschwung kommen könnte. Entscheidend dürfte hier die Frage weiterhin nach den Ausfallraten sein. Denn diese dürften auch im weiteren die Liquidität in diesem Marktsegment bestimmen und damit die Erfolgsaussichten und Refinanzierungsmöglichkeiten von Emissionen. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich weiterhin Papiere, die unter spekulativen Aspekten als Beimischung in entsprechend ausgerichtete Depots hineinpassen. Aber hier kommt es entsprechend auf eine Einzelanalyse an, da sich unserer Ansicht nach der Markt von den üblichen Einflussfaktoren im Bondmarkt absetzt.

Von | 2018-01-12T15:19:42+00:00 21.12.2017|Kategorien: Anleihenmarkt|Kommentare deaktiviert für Minibonds bleiben spekulative Beimischung

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