Bei den in diesem Jahr bereits neuplatzierten Hybrid-Anleihen zeigte sich eine sehr starke Nachfrage. Was nachzuvollziehen ist. Denn angesichts einer anhaltenden Nullzins-Politik der EZB und daraus folgenden tiefen Renditen für Euro-Staatsanleihen und Investmentgrade-Anleihen sind die Investoren allzu gern bereit, bei entsprechenden Renditeaufschlägen auch stärker ins Risiko zu gehen. Davon haben zuletzt insbesondere auch Hybrid-Anleihen profitiert.

Das zeigte sich auch wieder in der Renditedifferenz zwischen Hybrid-Anleihen und Senior-Bonds. Mit der Ankündigung der EZB im  vergangenen Jahr, ihre Netto-Anleihenkäufe kontinuierlich zu reduzieren und Ende 2018 komplett einzustellen, hatte es eine kräftige Gegenbewegung in den Zinsdifferenzen gegeben zulasten der Hybrid-Anleihen. Diese Entwicklung ist in den vergangenen Wochen und  Monaten zum Stillstand gekommen und signalisiert erneut eine Umkehr. Dies resultiert daraus, dass die vorerst eingetrübten  Konjunktur- Prognosen für dieses Jahr und die Aussicht auf länger niedrige Zinsen Impulse für die höher verzinslichen Hybrid-Anleihen liefern.

Und noch ein Thema könnte sich in diesem und im nächsten Jahr positiv auswirken. Normalerweise ist es übliche Marktpraxis, dass Emittenten  bei Hybrid-Anleihen den erstmöglichen Termin nutzen, um die höher verzinslichen Bonds zu tilgen. Dies hat auch damit zu tun, dass bei einer Nicht-Kündigung die Aufsichtsbehörden und die Ratingagenturen dann diese Anleihen komplett zum Fremdkapital zurechnen  und dadurch die Fremdkapitalquote steigt, was zu einer Verschlechterung der Ratings führen kann.

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