Die Rückversicherungsgesellschaft Hannover Rück hat im zweiten Quartal heftig unter den CoronaFolgen zu leiden gehabt. Zwar konnte das Unternehmen sowohl bei den Bruttoprämien-Einnahmen wie auch bei den Nettoprämien robuste Zuwächse melden (zum Beispiel Bruttoprämien plus 12,4%). Allerdings wurde das operative Ergebnis fast halbiert (504 Mio. EUR nach 942 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum). Auf
EBIT-Basis verdiente die Talanx-Tochter nur noch knapp 77 Mio. EUR. Hier hatten die Analysten im Vorfeld mit 324 Mio. EUR gerechnet, also eine massive Enttäuschung.

Das große Thema in der Bilanz waren die Rückstellungen für mögliche Schäden aus der Corona-Pandemie. Die Schaden-Rückversicherung wies nur noch ein EBIT von -14,7 Mio. EUR aus, nachdem man im Vorjahr hier noch über 322 Mio. EUR verdient hatte. Durch die entsprechenden Rückstellungen wies Hannover Rück eine Netto-Schadenbelastung von 737 Mio. EUR aus. Damit ist schon ein Großteil des Jahresbudgets für Schäden ausgeschöpft, die Decke für weitere Schäden also entsprechend dünn. Wobei man hier natürlich daran denken muss,
dass die Hurrikan-Saison in der Karibik noch aussteht und niemand weiß, wie sie in diesem Jahr tatsächlich ausfällt.

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