Die Credit Suisse hat vor einem Verlust im 2. Quartal gewarnt. Dies ist das dritte Quartal in Folge, dass die zweitgrößte Bank der Schweiz eine Gewinnwarnung herausgibt. Als Grund für den erwarteten gruppenweiten Verlust in der Investmentbank wurde der Russland-Ukraine-Krieg und die deutliche Straffung der Geldpolitik der Notenbanken genannt. „Die Auswirkungen dieser Bedingungen, zusammen mit dem anhaltend niedrigen Kapitalmarktemissionen und die Ausweitung der Kreditspreads, haben die finanzielle Leistung des Geschäftsbereichs im April und Mai belastet“, so die Credit Suisse. Die Bank gab keine Schätzung für die Größe des Verlustes ab.

Die Bank hat das Jahr 2022 als „Übergangsjahr“ bezeichnet, in dem sie versucht, die kostspieligen Skandale aufzuarbeiten, die zu einer fast vollständigen Neubesetzung des Topmanagements und einer Umstrukturierung der Gesamtbank führten. Man wolle nun die im November eingeleiteten Maßnahmen beschleunigen, die zu 1,0 bis 1,5 Mrd. CHF (1,03 Mrd.-1,54 Mrd. USD) an strukturellen Kosteneinsparungen jährlich bis 2024 führen soll. Ein möglicher Stellenabbau als Teil der Kostensenkungen wurde von der Bank nicht kommentiert.

Die Aktien fielen im frühen Handel um 7,3%, da Analysten auf die Auswirkungen der Marktbedingungen auf eine Bank, die Restrukturierungsphase und die Sorge, dass Kosteneinsparungen nicht zukünftiges Ertragswachstum generieren, hinwiesen. Abgesehen von den Herausforderungen des makroökonomischen Umfelds, ist die Credit Suisse mit einer Reihe von Rückschlägen konfrontiert, die das Vertrauen der Anleger in die Bank erschüttert haben. Die Rating-Agenturen Fitch und Standard & Poor‘s stuften die Bank im Mai herab.

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