Heute ist “Zinswendetag“ in Europa. Denn auf ihrer Sitzung hat die Europäische Zentralbank den Weg geebnet für die lang erwartete Zinswende auch in der Eurozone. Aber es wäre wohl nicht die EZB, wenn sie dabei wieder einmal relativ halbherzig agiert.

Konkret wurde beschlossen, dass man die Nettokäufe von Staats- und Unternehmensanleihen in der Eurozone zum 1. Juli beenden wird. Danach soll – aller Voraussicht nach – auf der Juli-Sitzung (21. Juli) der Leitzins um zunächst 25 Basispunkte erhöht werden. Geplant ist, dass die negativen Einlagenzinsen im Euroraum im September beendet werden. Und relativ unüblich blickt die EZB sogar noch einen Termin weiter. Denn bei einer zweiten Zinserhöhung könnte es sogar zu einem größeren Schritt kommen.

Letzteres dürfte auch mit einer veränderten Einschätzung der Inflationsentwicklung zu tun haben. Bislang galt ja eher die Sprachregelung, dass die auch in der Eurozone inzwischen exorbitant hohe Teuerungsrate eher kurzfristiger Natur sei. Nun hat man aber die eigenen Inflationsprojektionen erneut nach oben korrigiert (korrigieren müssen). Für dieses Jahr rechnet die EZB mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 6,8%, im nächsten Jahr soll die Teuerung bei 3,5% und im darauffolgenden Jahr dann bei 2,1% liegen.

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