Das nennt man gutes Timing. Der britische, eigentlich globale Ölkonzern BP platziert seinen ersten USD-Bond in Europa seit mehr als zwei Jahren. Das Umfeld könnte dabei für die Nachfrage nicht besser sein, da der Ölpreis wie beschrieben auch durch die Aufkündigung des Atomabkommens im Aufwind ist. Und das ist eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für die weiteren Geschäftsperspektiven des Unternehmens.

Die Fortschritte, die BP in den vergangenen Quartalen im Umfeld eines steigenden Ölpreises machen konnte, spiegelten sich zuletzt auch in den Zahlen für das erste Quartal wider, die einer eher durchwachsenden Berichtssaison bei den Ölfirmen noch einmal einen positiven Dreh gaben. Dabei war BP von besonderem Interesse, da das Unternehmen bekanntlich noch Zusatzbelastungen zu schultern hat. Diese stammen aus der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon in 2010. Doch hat es BP geschafft, sich seitdem durch fast alle 390.000 Gerichtsverfahren zu kämpfen. Zwar stehen noch einige größere Brocken aus. Doch beispielsweise konnte das Unternehmen im ersten Quartal mit einer Zahlung von 1,2 Mrd. USD entsprechende Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem US-Justizministerium abschließen.

Angesichts der vielen Sondereinflüsse, die es noch gibt, schaut der Markt natürlich vor allen Dingen auf die operativen Ergebnisse und dabei auf den Cashflow. Dieser betrug inklusive von Zahlungen rund um Deepwater Horizon 3,8 Mrd. USD, exklusive waren es 5,4 Mrd. USD. Damit hat man im Vergleich zu den  jeweiligen Auftaktquartalen eines Jahres den höchsten operativen Cashflow seit dem ersten Quartal 2014 ausweisen können. Da ist zwar noch viel Luft nach oben. Doch es ist absehbar, dass hier spätestens ab 2019 bei einem halbwegs stabilen Ölpreis auf aktuellem Niveau der Turbo eingeschaltet werden dürfte.

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