Die Ratingagentur Standard & Poor´s hat das B-Rating von Air Baltic von bislang CreditWatch Negative wieder gestrichen. Der generelle Ausblick bleibt jedoch negativ. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war eine im Juni 2022 erhaltene Kapitalspritze in Höhe von 45 Mio. EUR, die das Risiko einer kurzfristigen Liquiditätskrise mindert, sowie eine aufgestaute Reisenachfrage, insbesondere für Kurzstrecken-Urlaubsreisen in den Sommermonaten, die das Passagieraufkommen der Fluggesellschaft erhöhen würde.

Die Ratingagentur geht davon aus, dass das Unternehmen in der Lage sein wird, den finanziellen Verpflichtungen im laufenden Geschäftsjahr nachzukommen, insbesondere der Kuponzahlung für die Anleihe im Juli in Höhe von 13,5 Mio. EUR. Trotzdem dürfte die Fluggesellschaft in diesem Jahr liquide Mittel verbrauchen, da die Umsatzsteigerungen teilweise durch hohe Treibstoffkosten aufgefressen werden dürften.

Standard & Poor´s hält die stark fremdfinanzierte Kapitalstruktur der Fluggesellschaft für nicht tragfähig. S&P merkte an, dass jede staatliche Hilfe, die nicht in Form von Eigenkapital erfolgt, zu einer Verletzung der in den Anleihebedingungen festgelegten Mindestliquidität von 25 Mio. EUR führen könnte. Grundsätzlich kann aber das Rating um zwei Stufen angehoben werden, da die Agentur es durchaus für wahrscheinlich hält, dass die Regierung bei Bedarf außerordentliche Unterstützung leisten wird.

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